Zuversicht für mehr Sicherheit in Altenessen

in Angstraum ist die Umgebung des Altenessener Bahnhofes für viele Anwohner. Polizeipräsenz, Angebote für arabische Jugendliche, aber auch der Kampf gegen Leerstände sollen Abhilfe schaffen. . Foto: Arne Poll, WAZ Essen
in Angstraum ist die Umgebung des Altenessener Bahnhofes für viele Anwohner. Polizeipräsenz, Angebote für arabische Jugendliche, aber auch der Kampf gegen Leerstände sollen Abhilfe schaffen. . Foto: Arne Poll, WAZ Essen

Essen. Drei Monate nach der Gründung des „Aktionsbündnis sicheres Altenessen“ zieht Integrationsdezernent Bomheuer ein optimistisches Zwischenfazit. Seit Juni zeigt die Polizei Flagge, was sich aber noch nicht auf die Kriminalstatistik ausgewirkt hat.

„Wir haben gute Fortschritte gemacht hin zu mehr Sicherheit. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir noch weitere Fortschritte machen werden.“ Allerdings wird das seine Zeit brauchen: Teilnehmer des Bündnisse sehen in Altenessen „Arbeit für zwei bis drei Jahre“.

Das Aktionsbündnis war im Juni an den Start gegangen, nachdem eine Befragung der Awo-Jugendhilfe im Stadtteil gravierende Defizite im Sicherheitsgefühl der Bürger ans Licht befördert hatte. Sie klagten insbesondere über fehlende Polizeipräsenz und pöbelnde und bedrohliche Gruppen jugendlicher Libanesen auf den Straßen. Von einem „rechtsfreien Raum“ war immer öfter die Rede. Den gab und gibt es dort nicht, versichert Polizeisprecher Ulrich Faßbender immer wieder. „Aber diese Berichte haben uns auf den Plan gerufen“, sagt Integrations-Dezernent Bomheuer im Rückblick.

Ermittlungsgruppe Jugend verzeichnet großen Erfolg

Die Polizei zeigt seit Juni im Stadtteil demonstrativ Flagge und ist eingebunden in das Aktionsbündnis. Das kümmert sich gemeinsam mit der Ermittlungsgruppe Jugend der Polizei vor allem um bereits kriminell aufgefallene Kinder und Jugendliche. Aber eben nicht nur das: Nach dem Vorbild, das in Katernberg bereits funktioniert hat, ist ein Netzwerk entstanden, das Hausbesuche macht, Freizeitgestaltung für Jugendliche anbietet, Stadtteilarbeit macht und Veranstaltungen plant. Gute Erfolge fährt nach Bomheuers Einschätzung ein Streetworker mit marokkanischem Migrationshintergrund ein, den die Jugendhilfe im Mai eingestellt hat. „Durch den persönlichen Kontakt gelingt es ihm, die Jugendlichen an sinnvolle Formen der Freizeitgestaltung heranzuführen.“

Einige Jugendliche sind also schon von der Straße geholt, andere sind vorübergehend in Deckung gegangen vor der gewachsenen Präsenz von Polizei und Aktionsbündnis. „Die fühlen sich beobachtet, und das ist gut so“, sagt Ulrike Vetter, Sprecherin des Aktionsbündnisses. „Es klappt Woche für Woche besser. Wir verzeichnen mehr Erfolge als Rückschläge.“

Mehr Geld benötigt

In der Kriminalstatistik hat sich das allerdings noch nicht niedergeschlagen. Das ist so, räumt Bomheuer ein: „Wir werben für Zeit und Geduld. Wunder sind kein Bestandteil unserer Strategie.“

Weil ein nachhaltiger Erfolg Zeit braucht, plant Bomheuer jetzt mittelfristig. Bisher steht Geld nur für die Arbeit bis Ende Oktober zur Verfügung. Deshalb wird er dem Jugendhilfeausschuss, dem er nächste Woche einen Zwischenbericht vorlegt, eine Weiterfinanzierung des Aktionsbündnisses zunächst bis Ende 2012 unter dem Dach des Jugendhilfe-Netzwerkes der Arbeiterwohlfahrt vorschlagen. Er wird sich lohnen, ist Bomheuer überzeugt: „Inzwischen haben wir Grund zu der Annahme, dass das Problem sich lösen lässt.“

 
 

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