Essen

Warum du in Essen so selten Live-Musik hören kannst (obwohl du voll Bock drauf hättest)

Igor Albanese (links) und Julian Kühn betreiben das Kabü auf der Annastraße: Eigentlich würden sie hier auch gern mehr Live-Musik haben. Aber es gibt immer wieder Probleme mit den Nachbarn.
Igor Albanese (links) und Julian Kühn betreiben das Kabü auf der Annastraße: Eigentlich würden sie hier auch gern mehr Live-Musik haben. Aber es gibt immer wieder Probleme mit den Nachbarn.
  • Eigentlich hat Essen eine große Musikszene
  • In den Kneipen und Bars gibt es aber nur selten Live-Gigs
  • Ein Grund: Die lieben Nachbarn.

Essen. Es gibt ja so Livemusik-Städte. Da gehst du in eine Kneipe, trinkst dein Bier und hörst irgendeiner Band zu. Und wenn du die Musik scheiße findest, gehst du in die Kneipe nebenan, wo eine andere Band spielt.

Essen ist nicht so eine Stadt.

Da spielt alle Jubeljahre eine Band in einer Kneipe. Und wenn du die Band doof findest, bleibst du trotzdem, weil du froh bist, überhaupt mal Livemusik zu haben.

Das Problem: Die Nachbarn

Was erstaunlich ist: Es gibt wahnsinnig viele talentierte Musiker in der Stadt. Und wahnsinnig viele Leute, die gern Musik hören. Warum gibt es nicht mehr Gigs?

Ein Problem: die lieben Nachbarn.

Immer wieder gibt es Beschwerden wegen der Lautstärke, sagt Igor Albanese, der zusammen mit Musiker Julian Kühn die Café-Bar Kabü in Rüttenscheid.

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„Dabei geht es nicht nur um die Musiklautstärke. Auch wenn Leute draußen rauchen und sich unterhalten, fühlen sich manche gestört.“ Einige würden dann auch direkt die Polizei rufen.

„Wenn ich nach Rüttenscheid ziehe, muss ich damit rechnen, dass es laut wird“

Julian Kühn versteht das nicht. „Wenn ich in ein belebtes Viertel wie Rüttenscheid ziehe, muss ich doch damit rechnen, dass da was los ist. Deswegen ziehe ich doch überhaupt dahin.“

Das ist schon irgendwie sehr deutsch, oder? Menschen, die unbedingt aufs Land ziehen wollen - und sich dann bitterlich über den krähenden Hahn beschweren. Oder eben Leute, die unbedingt in den hippen urbanen Vierteln wohnen möchten - aber wenn sie zuhause sind, sollen die Kneipen bitte mal schön die Mute-Taste drücken.

„Ich kann das ja auch verstehen“, sagt Igor Albanese. „Wenn es wirklich laut ist, nervt das natürlich. Aber man kann ja über alles reden.“

Veranstalter Kai Suffa-Friedel sieht ein weitere Hürde: Die Stadtverwaltung. Suffa-Friedel organisiert die LOL-Partys im Goethe-Bunker. Eigentlich wollte er auch mal eine Konzert-Reihe etablieren. Daraus wurde nichts.

„Essen ist der behinderte kleine Bruder von Düsseldorf“

„Die Stadt lässt die Leute nicht einfach mal machen. Es gibt viele Leerstände, abseits von Wohngebieten. Da könnte man auch laut sein.“ Aber von der Stadt kämen sofort Sanktionen, wenn sich Veranstalter nicht an alle Auflagen hielten.

In Essen würden vornehmlich Leuchtturmprojekte initiiert und gefördert. „Essen versucht manchmal so zu sein wie Düsseldorf, wirkt dann aber eher wie der kleine behinderte Bruder. Essen ist halt nicht Düsseldorf. Hier könnte was Eigenes wachsen.“

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