Warum die Bundeswehr in Düsseldorf hilft - und in Essen nicht

Dominika Sagan
Während die Bundeswehr in Düsseldorf drei Tage nach dem Orkan die Aufräumarbeiten unterstütze, erhielt Essen nach der Anfrage vom Samstag eine Absage. Ein Grund: In Essen sollten die Soldaten die Wälder aufräumen. Ein Sprecher der Bundeswehr nennt weitere Gründe.

Essen. Während die Bundeswehr nach dem Sturm seit Tagen in Düsseldorf hilft, hat Essen eine Absage des Verteidigungsministeriums erhalten. Was bei manchem Bürger für Unmut sorgt, erläutert Uwe Kort, Sprecher der Bundeswehr in NRW: „Unser Einsatz in Düsseldorf hat zur Aufgabe, Gefahrenbereiche zu beseitigen.“ Die Absage an Essen begründet er unter anderem damit, dass die Stadt um Unterstützung dabei gebeten habe, Wälder aufzuräumen.

Die Hilfe der Bundeswehr aber umfasst technische und logistische Amtshilfe zur Beseitigung von Gefahrenstellen, wenn es beispielsweise um eine „kritische Infrastruktur geht“, sagt Kort und nennt Beispiele. Richtig sei, dass Soldaten in Düsseldorfs Wäldern im Einsatz waren, jedoch nicht, um Bäume wegzuräumen, sondern weil durch dieses Waldstück eine wichtige Straße führt, die schnell frei geräumt werden musste.

Feuerwehr konnte logistischen Aufwand nicht betreiben

Diesen logistischen Aufwand habe die Feuerwehr nicht betreiben können. Zudem haben Soldaten in der Düsseldorfer Innenstadt Bäume von den Gehwegen entfernt, damit etwa Mütter mit Kinderwagen nicht auf die befahrene Straße ausweichen müssen. „Wir haben ebenso Deiche am Rheinufer repariert, die durch entwurzelte Bäume beschädigt worden sind“, sagt Kort, der betont, dass die Unterstützung in Düsseldorf nichts damit zu tun habe, dass es sich um die Landeshauptstadt handele. Diese Kritik äußerten Bürger durchaus.

Essen jedoch, sagt Kort, habe die Bundeswehr angefordert, um die Zufahrt zum Seniorenheim Augustinum in Rellinghausen frei zu räumen und den Schellenberger Wald aufzuräumen. „Als der Pionierchef die Lage vor Ort sichtete war die Zufahrt bereits frei“, sagt Kort. „Den Wald aufzuräumen wiederum ist nicht Aufgabe der Bundeswehr.“ Dort herrsche keine unmittelbare Gefahr: Der Bereich kann gesperrt werden; niemand muss sich bis zur Freigabe dort aufhalten.

Warum die Stadt Essen die Bundeswehr nicht gleich um Hilfe in der Gefahrensituation rief, sondern ihren Antrag erst relativ spät stellte, erklärte bereits Ordnungsdezernent Christian Kromberg damit, dass in Essen nach dem Sturm viele Bereitschaften von Feuerwehr und THW aus anderen Städten halfen. Somit wurde die Hilfe der Soldaten zu dem Zeitpunkt nicht benötigt.

Jetzt aber wird sie nicht mehr kommen. „Es ist nicht Aufgabe der Bundeswehr, Spielplätze, Friedhöfe oder Parks aufzuräumen“, sagt Kort. Diese könnten mit Flatterband gesperrt werden, die Stadt könne das Betreten untersagen – so wie sie es derzeit tut. Unwetter