Essen

Truppe veranstaltet seit Jahren Fußballturnier in Essen – doch dahinter steckt womöglich etwas ganz anderes

Seit knapp sechs Jahren veranstaltet die „Brigade Essen“ ein Fußballturnier - nun ist damit Schluss. (Symbolbild)
Seit knapp sechs Jahren veranstaltet die „Brigade Essen“ ein Fußballturnier - nun ist damit Schluss. (Symbolbild)
Foto: imago images / Westend61

Essen. Über Jahre hat die „Brigade Essen“ ein Fußballturnier auf der Helmut-Rahn Sportanlage in Essen-Frohnhausen veranstaltet. Wie Recherechen des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ (Essq) nun ergeben haben, diente die Veranstaltung als Freizeit-Kick für rechte Gruppierung.

Auch mit dabei gewesen seien die Steeler Jungs, die seit Monaten durch ihre Märsche durch den Stadtteil Steele auffallen.

Nun hat die Stadt Essen eine Überprüfung des Turniers angekündigt, doch der Veranstalter ist ihr zuvor gekommen: Er hat am Donnerstagmorgen das Event abgesagt.

Fußballturnier in Essen nach Protesten abgesagt

Stadtsprecherin Jasmin Trilling bestätigt auf Nachfrage, dass durch Hinweise des Bündnisses „Essq“ eine Überprüfung eingeleiten worden sei. Dabei ging es weniger darum, ob es sich bei dem Fußballturnier um eine politische Veranstaltung handelt. „Es gab Bedenken, ob die Satzung für Sportstätten eingehalten werden kann“, so Trilling. Dazu gehören unter anderem Brandschutzmaßnahmen.

Hinzu kommt: Die Veranstaltung ist durch eine Privatperson angemeldet worden. Bei Facebook hingegen ist die Brigade-Essen als Veranstalter angegeben.

Die Veranstaltung, wie auch die Seite der „Brigade Essen“, waren am Donnerstag bei Facebook nicht mehr auffindbar.

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Bündnis spricht von „Stelldichein rechter Hooligan-Gruppen“

Anhand von Bilder, die dem Bündnis „Essq“ vorliegen, sei eindeutig bewiesen, dass die Brigade Essen Verbindungen ins rechte Milieu habe. Hinzu kämen laut des Bündnisses weitere Teilnehmer wie die „Alte Garde Essen“. Sie hätten in der Vergangenheit durch Transparente und Banner ihre rechte politische Gesinnung eindeutig gezeigt, urteilt das Bündnis.

Florian Link, Sprecher von „Essq“, spricht von einem „Stelldichein rechter Hooligan-Gruppen aus Essen und überregionaler Gruppen“. Er verweist auf Bilder, auf denen ein Turnier-Teilnehmer zwei Totenköpfe der SS-Division auf dem Oberkörper tätowiert hat. Ein anderer mache bei einem Mannschaftbild den Hitlergruß.

Dazu Daniel Kerekes, Kreissprecher der Partei Die Linke Essen: „Die Brigade Essen gibt sich als Fanclub von Rot-Weiss-Essen. Doch auf ihrer Facebookseite finden sich zahlreiche Hinweise, dass es keinerlei Berührungsängste mit Rechter Szene und Hooligans gibt.“ Die Partei soll nach eigenen Angaben mit dazu beigetragen haben, dass das Turnier abgesagt wurde.

 
 

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