Straßenbenennung wird in Essen zum Politikum

Die Benennung einer Straße im neu zu bauenden Uni-Viertel wird erneut  zum Politikum.
Die Benennung einer Straße im neu zu bauenden Uni-Viertel wird erneut zum Politikum.
Foto: WAZ FotoPool

Essen.. FDP und EBB haben auch den zweiten Vorschlag der Grünen zur Benennung einer Straße im Uni-Viertel zurückgewiesen. Die Grünen möchten die Stoppenberger Kommunistin Käthe Larsch ehren, die 1935 an den Folgen der Gestapo-Haft starb.

Die Benennung einer Straße im neu zu bauenden Uni-Viertel wird erneut zum Politikum. Auch der zweite Vorschlag von Grünen-Ratsherr Walter Wandte stößt beim Essener Bürgerbündnis (EBB) und der FDP auf Ablehnung. Die CDU äußerte sich zurückhaltend. Die Grünen möchten die Stoppenberger Kommunistin Käthe Larsch ehren, die 1935 an den Folgen der in Gestapo-Haft erlittenen Miss­handlungen starb.

Damit bleiben die Grünen im Prinzip ihrer Linie treu, im Uni-Viertel einem KPD-Parteigänger ein Denkmal zu setzen. Ihr erster Vorschlag, den kommunistischen Schriftsteller und SED-Kulturfunktionär Hans Marchwitza zu ehren, war am Widerstand der anderen Parteien im Viererbündnis gescheitert. Dies droht nun erneut. EBB-Fraktionschef Udo Bayer sprach von „ideologischer Verblendung“, die man nicht bereit sei mitzutragen. „Zudem war im Uni-Viertel eine Namensgebung mit Personen verabredet, die weitgehend wissenschaftlichen Hintergrund haben.“ Dies sei bei Käthe Larsch nicht der Fall.

Auch für die FDP ist es „nicht nachvollziehbar“, weshalb die Stadt Essen die kommunistische Ideologie mit einer Straße ehren soll. „Als demokratische Rechtstaats- partei lehnen wir Extremismus jedweder Ausrichtung ab. Daher kommt der Vorschlag für Liberale nicht in Frage“, sagte FDP-Ratsfraktionschef, Hans-Peter Schöneweiß. CDU-Fraktionschef Thomas Kufen erklärte, die Benennung von Straßen setze einen Konsens voraus, der hier offenbar nicht gegeben sei. Grünen-Fraktionschefin Hiltrud Schmutzler-Jäger erklärte, ihre Ratsfraktion habe entschieden und schlage Käthe Larsch vor. „Jetzt werden wir sehen, ob das auch durchsetzbar ist.“

 
 

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