Stadt Essen sucht weitere Zeltplätze

Jörg Maibaum
Das von der Stadt geplante Flüchtlingsdorf auf dem Gelände des ehemaligen Mathias-Stinnes-Stadions in Karnap soll zum 12. November in Betrieb gehen
Das von der Stadt geplante Flüchtlingsdorf auf dem Gelände des ehemaligen Mathias-Stinnes-Stadions in Karnap soll zum 12. November in Betrieb gehen
Foto: Essen
Die Verwaltung hält es für wahrscheinlich, dass in diesem Jahr eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Essen müsste 3931 der Menschen aufnehmen.

Essen. Die Stadt hat ihre Berechnung der Flüchtlingszahlen vor der heutigen Ratssitzung gestern noch einmal präzisiert: Sollten bis zum Jahresende rund eine Million Asylbewerber nach Deutschland kommen, was die kommunalen Experten inzwischen für wahrscheinlich halten, müssten in Essen 3931 Menschen zusätzlich aufgenommen werden. An den sieben bereits ausgeguckten Standorten für die Flüchtlingsdörfer können insgesamt 2702 Plätze geschaffen werden. Unterm Strich fehlen also Kapazitäten für 1229 Flüchtlinge.

„Daher wird auch aktuell noch nach weiteren Standorten gesucht“, heißt es in einem Verwaltungs-Papier, das dem Rat der Stadt heute vorgelegt wird. Rein rechnerisch müsste die Stadt bis zum Jahresende also drei weitere Zeltstädte errichten. Voraussetzung dafür ist aber, dass ausreichend Material und Personal zur Verfügung stehen. Wenn Engpässe den Bau mehrerer Flüchtlingsdörfer für unter 400 Menschen unmöglich machen, müssten unter Umständen größere Lager in Kauf genommen werden, heißt es.

Drei weitere Zeltstädte

Dabei hält der Krisenstab „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ an seiner Entscheidung eines Flüchtlingsdorf in Karnap für 700 Neuankömmlinge fest. Aber mittelfristig sei es das erklärte Ziel, im äußersten Norden der Stadt höchstens 400 Menschen unterzubringen, um auf dem Gelände des Mathias-Stinnes-Stadions eine Reserve von 300 Plätzen vorhalten zu können, die plötzliche Zuweisungsspitzen des Landes abfedern.

Die beiden bereits betriebenen Flüchtlingsdörfer im Nordviertel und in Holsterhausen füllen sich zusehends: 294 Menschen wurden bis gestern an der Altenbergstraße, 191 an der Planckstraße untergebracht. Die Einrichtung am Pläßweidenweg in Steele soll ab Freitag in Betrieb gehen. Es folgen die Zeltstädte „Am Volkswald“ (8. Oktober), an der Erbslöhstraße (5. November), an der Bonifaciusstraße (16. November) und „Mathias-Stinnes-Stadion“ (12. November).