Stadion-Neubau von RWE soll billiger werden

Frank Stenglein
RWE Stadion an der Hafenstraße.
RWE Stadion an der Hafenstraße.
Foto: Hans Blossey

Essen. Der Oberbürgermeister scheint seinen Frieden mit dem Projekt gemacht zu haben. Auch sonst wird der Neubau des Fußballstadions für Rot-Weiß Essen zusehends konkreter. Nur: Wird es gleich komplett gebaut oder kommt zunächst eine Sparversion?

Schon in seiner Oktober-Sitzung soll der Rat der Stadt von der federführenden stadteigenen GVE GmbH detaillierte Baupläne erhalten - verbunden mit der Bitte, eine Grundsatzentscheidung zu treffen.

Es geht dabei um die Frage, ob das Stadion mit einem Fassungsvermögen von maximal knapp 20 000 Zuschauern gleich komplett gebaut werden soll oder ob man zunächst eine Sparversion anpeilt. Überlegt wird beispielsweise, zunächst auf die beiden Kopftribünen hinter den Toren zu verzichten, einige Dächer wegzulassen oder beim Innenausbau zu sparen. Da Hauptnutzer ja Rot-Weiß Essen wäre, gehe es schließlich bis auf Weiteres nur um die Bedürfnisse eines Fünftligisten.

Grund für die Überlegungen: Die GVE möchte im ersten Bauabschnitt mit möglichst nur 80 Prozent der Gesamtbausumme von knapp 33 Millionen Euro ein funktionstüchtiges Stadion errichten. Man darf dies wohl als Konzession an die finanzielle Lage der Stadt und an jene in Essen interpretieren, die in Sachen Fußballarena Skepsis umtreibt - und das sind nicht wenige. Das Signal: Seht her, wir bleiben auf dem Teppich. „Ein Fünfligist braucht ja beispielsweise nicht in diesem Maße VIP-Bereich und Boxen“, heißt es bei der GVE.

Die Tendenz geht allerdings dahin, dem Rat zu empfehlen, das Stadion in der äußeren Form lieber gleich komplett zu bauen. „Nichts ist langlebiger als ein Provisorium“, wird eine alte Weisheit bemüht. Ein Torso könnte auch die Gefahr bergen, dass die neue Arena optisch nicht als wirklicher Gewinn empfunden würde. Und: „Die Baukosten sind bei abschnittsweiser Erstellung höher.“ Müsste man später erneut Beton anrühren und Großgerät auffahren, so wäre dies zwangsläufig teurer als wenn alles gleich in einem Rutsch geschieht.

Die Vorgabe ist klar

Allein die Haupttribüne mit allen Innenräumen und sanitären Einrichtungen plus Spielfeld, Zäune und Parkplätze erfordert bereits grob geschätzt zwei Drittel der gesamten Baukosten, wird die GVE dem Rat vorrechnen. Baut man alle Tribünen, verzichtet aber auf einige Dächer und Ausbauten käme man auch auf 20 Prozent Ersparnis. „Wenn ein Teil der Besucher im Regen steht, haben wir die Diskussion um Fans zweiter Klasse“, heißt es wiederum warnend im Sportdezernat.

Leicht wird es also nicht mit dem Sparen am Bau. Aber die Vorgabe ist klar: 80 Prozent der ursprünglichen Baukosten sollen vorerst reichen.