Sommerbaustellen trotz A-52-Sperrung - Verkehrschaos in Essen

Frank Stenglein
Auf der Rüttenscheider Staße in Essen herrscht dichter Verkehr, weil Teilstücke der Alfredstraße gespeert sind.
Auf der Rüttenscheider Staße in Essen herrscht dichter Verkehr, weil Teilstücke der Alfredstraße gespeert sind.
Foto: WAZ FotoPool
Die A 52 ist noch bis Ende September dicht. Auf der A 40 ist deshalb Dauerstau. Ausgerechnet jetzt werden wichtige Verkehrsachsen in der Essener Südhälfte und der Stadtmitte erneuert. Die Folge: Schlupflöcher verstopfen, Essen wird zum Stau-Raum. Die Baudezernentin verteidigt die Baustellen.

Essen. Schon immer waren die Sommerferien die Zeit der großen Baustellen. Noch nie aber hat es in Essen die Autofahrer und auch die Nutzer von Bus und Bahn so hart erwischt wie in diesem Jahr. Die Südhälfte von Kettwig/Werden bis zur Stadtmitte und speziell der Großraum Rüttenscheid halten für auswärtige Pendler wie für die Essener selbst täglich Geduldsproben bereit. Kein Wunder bei dieser Fülle an Baustellen und ihren Folgen:

Die vom Land NRW gewollte Vollsperrung der A 52 von Düsseldorf nach Essen dauert noch bis Ende September - quasi die Mutter aller Probleme. Dadurch wächst der Druck auf alle Durchgangsstraßen im Raum Kettwig/Werden und auf die A 40 - hier ist ebenfalls Dauerstau - sowie auf die Alfredstraße.

Ausgerechnet jetzt aber wird diese wichtige vierspurige Süd-Nord-Magistrale noch bis Ende der Ferien abschnittsweise erneuert und gesperrt, was wiederum den Druck auf die parallel verlaufende Rüttenscheider Straße erhöht, die am Montag in voller Länge zu einem einzigen Stau-Raum mutierte, weil sie für solche Fahrzeugmassen überhaupt nicht gedacht ist.

Die Hufelandstraße, als leistungsfähige Verbindung zwischen Rüttenscheid und Holsterhausen und Teil des inoffiziellen Stadtrings könnte für einen Teil der Flotte als Überlauf dienen - aber auch diese Straße ist gesperrt, weil über sie die Straßenbahnlinie 106 führt, die derzeit stillliegt, weil die Evag im großen Stil an Schienen und Haltestellen werkelt und zusätzlich die Stadtwerke hier jetzt Rohre verlegen, und nach Weltkriegsbomben wird dort auch noch gesucht. Dass auch im Südviertel wegen der 106 der zurzeit rare Essener Straßenraum weiter verknappt wird, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Über die ohnehin überlasteten und oft engen Ausweichstraßen - etwa die Rüttenscheider - quälen sich jetzt auch noch große Gelenkbusse als Schienenersatzverkehr. Und als ob das alles noch nicht reicht, ist auch die für Pendler wichtige S-Bahnlinie 6 (Düsseldorf-Kettwig-Werden-Essen-Hbf) bis Anfang September unterbrochen - wegen Gleisbauarbeiten.

„Ich will gerne zugestehen, dass im Moment vieles auf einmal passiert, aber wie hätten wir es sonst machen sollen?“, sagt Baudezernentin Simone Raskob. Dies sei allerdings alternativlos gewesen, da alle beteiligten Institutionen die Sommerferien nutzen müssten. Auf den Straßen sei dann urlaubsbedingt 30 Prozent weniger Autoverkehr. Und die Evag könne den Schienenersatzverkehr mit Bussen nur in den Ferien leisten, da sie die Busse sonst für den Schülerverkehr brauche. „Zusätzliche Busse hätten viel Geld gekostet.“