Sommer auf Zollverein ohne Werksschwimmbad und Kino

Christina Wandt
Das Werksschwimmbad auf Zollverein bleibt im Sommer 2016 geschlossen. Essens ungewöhnlichstes Bad lockt seit 2001 Essener und Touristen.
Das Werksschwimmbad auf Zollverein bleibt im Sommer 2016 geschlossen. Essens ungewöhnlichstes Bad lockt seit 2001 Essener und Touristen.
Foto: Jochen Tack
  • Werksschwimmbad und Open-Air-Kino auf Zollverein öffnen in diesem Jahr nicht
  • Grund für Pause sind mehrerer Baustellen im Bereich von Mischanlage, Löschturm und Ofenbatterie auf Kokerei Zollverein
  • In den Sommerferien 2017 öffnen Werksschwimmbad und Freiluft-Kino dann wieder

Essen. Schlechte Nachrichten für alle Fans von Essens ungewöhnlichstem Freibad: Das Werksschwimmbad auf Zollverein bleibt in diesem Sommer geschlossen. Gleiches gilt für das dortige Open Air-Kino.

„Aufgrund mehrerer Baustellen im Bereich von Mischanlage, Löschturm und Ofenbatterie auf der Kokerei Zollverein können die beliebten Publikumsangebote in diesen Sommerferien nicht stattfinden“, teilt die Stiftung Zollverein als Eigentümerin und Bauherrin mit. Am Bad selbst müsse nicht gearbeitet werden, doch die millionenschwere Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude in unmittelbarer Nähe werde voraussichtlich das ganze Jahr über dauern. Das gehe natürlich mit viel Staub und großem Lärm einher, sagt Ute Durchholz, Sprecherin der Stiftung. „Die Leute würden mitten in einer Baustelle schwimmen; das würde das Badevergnügen einfach zu stark beeinträchtigen.“

In den Sommerferien 2017 öffnet das Werksschwimmbad wieder

Man bedauere die Entscheidung sehr, doch der Bau-Termin solle auch dafür sorgen, dass die Besucher im Winter wieder alle Freizeitangebote auf Zollverein nutzen könnten; allen voran die populäre Eisbahn auf der Kokerei. Selbstverständlich halte man auch an den Formaten Freibad und Open-Air-Kino fest, sagt Ute Durchholz. In den Sommerferien 2017 (15. Juli bis 3. September) könne auf Zollverein wieder geschwommen werden. Dann gebe es auch wieder Filmvorführungen am Werksbad.

Das nur 12 x 5 Meter große und 2,40 Meter tiefe Becken wurde ursprünglich als Kunstobjekt geschaffen. Die Frankfurter Künstler Dirk Paschke und Daniel Milohnic fertigten es im Jahr 2001 aus zwei aneinander geschweißten Überseecontainern und platzierten es dort, wo früher Kohle zu Koks gebacken wurde. Rasch entwickelte es sich zum coolen Sinnbild des Strukturwandels und sommerlichen Treffpunkt. Der Poolbesuch ist kostenlos, ein Schwimmmeister beaufsichtigt den Badespaß. „Das charmante Ambiente lockt Essener aus der Nachbarschaft genauso wie Touristen aus Japan“, sagt Ute Durchholz. In den Sommerferien 2015 zählte man gut 7600 Gäste.

Ausflügler können sich im Café „Die Kokerei“ erfrischen

Weitere 600 Besucher hatte im vergangenen Jahr das Freiluftkino, das es seit 2014 gibt. Dass beide Angebote nun eine Zwangspause einlegen müssen, darf man auch als Tribut an ihre außergewöhnliche Lage sehen. „Zollverein ist eben ein Industriedenkmal, an dem gearbeitet wird“, sagt Ute Durchholz. Auch die Eisbahn habe deswegen schon mal eine Saison ausfallen lassen müssen. Bei der jetzigen Sanierung, die 1 725 000 Euro koste, gehe es darum, die „schwarze Seite“ für den Denkmalpfad Zollverein zu erschließen. So könne man den Besuchern die Arbeitsprozesse künftig noch besser vermitteln.

Diesen Sommer dürfen sich Gäste mit den regelmäßigen Führungen oder mit Festivals wie Extraschicht und Ruhrtriennale trösten. Und Ausflügler können sich zwar nicht im Wasser abkühlen, aber im Café „Die Kokerei“ erfrischen.