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Kulturpfadfest in Essen bietet neue Schauplätze

Kulturpfadfest in Essen bietet neue Schauplätze

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Eine Stadt holt „Das Blaue vom Himmel“: 89 Aktionen an 23 Spielorten lassen beim 12. Kulturpfadfest am 28. Juni keine Langeweile aufkommen. Das diesjährige Programm richtet sich ganz bewusst auch an Migranten. KWI und Lichtburg sind zum ersten Mal dabei.

Essen. 

Unter dem Motto „Das Blaue vom Himmel“ sind beim 12. Kulturpfadfest am Freitag, 28. Juni, von 17 Uhr bis nach Mitternacht wieder die Flaneure gefragt, die den Weg der blau leuchtenden Gehwegsteine zwischen Museum Folkwang und Marktkirche entlang marschieren.

Dass die Veranstalter der Stadt beim Essener Kulturprogramm nicht nur das Blaue vom Himmel versprechen, beweisen die 89 Aktionen an 23 Spielorten. Schwerpunkt: Angebote für Essener mit Migrationshintergrund.

„Man soll sich treiben lassen“

Zu spät kommen, nicht wissen wo sich der Eingang befindet, einfach in eine Veranstaltung hineingrätschen und frühzeitig wieder verlassen: Fragt man die künstlerische Leiterin Silke Seibel, wie man so ein geballtes Paket aus Kultur-Häppchen und -happen überhaupt in der knapp bemessenen Zeit konsumieren kann, rät sie, einfach mal gängige Tabus zu brechen: „Man soll sich treiben lassen und keine Scheu und Schwellenängste haben. Künstler und Besucher – auch und vor allem solche, die es sonst nicht in die Häuser zieht – sollen sich auf Augenhöhe begegnen.“ Anreiz dazu ist auch der Preis: zumeist null Euro. Stadt und Sponsoren (u.a. RWE und PWC PricewaterhouseCoopers) laden ein.

Serviert bekommt man eher ein Buffet als ein Menü mit Hauptgang. Eine zentrale Bühne gibt es nicht. Wohl aber wieder eine Art gesellschaftliches und gastronomisches – diesmal wörtlich gemeint – Zentrum im Stadtgarten. Hier werden auch Führungen zu den Skulpturen organisiert, ab 22 Uhr spielen u.a. die Talking Horns.

„So etwas haben wir noch nie gemacht“

Ein optischer Schwerpunkt wird sicherlich auf dem Burgplatz entstehen. Die Videokünstlerin Rona Rangsch bringt virtuell alte und neue Welt zusammen, projiziert die beiden nächstliegenden Orte auf beiden Seiten des Atlantiks auf zwei gewaltige, Rücken an Rücken stehende, Leinwände. „So etwas haben wir noch nie gemacht“, stellt Silke Seibel fest.

Ebenso den Brückenschlag der Kulturen zelebriert das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI), zum ersten Mal beim Kulturpfadfest dabei. Im 20-Minuten-Wiederholungstakt gibt es den Zehnminüter „Migration und Komik“ zu sehen, anschließend soll das Publikum animiert werden. Ein weiterer Neuling, die Lichtburg, zeigt den Kunstfilm „Flugpioniere“ mit Livemusik.

Doch der Kulturpfad 2013 ist mehr als die Summe seiner Teilchen und länger als die bekannten 4,5 Kilometer. Viele Häuser abseits und neben der Route der blauen Steine sind wieder mit dabei, etwa die Weststadthalle und das Gop im Nordviertel. Einen Rat hat Silke Seibel noch angesichts der vielen Spielorte für die Kulturflaneure: gutes Schuhwerk.