"Kinder als Hilfssheriffs" - Kritik an Blitzmarathon als PR-Aktion

Beim siebten Blitzmarathon - hier ein Foto aus Oberhausen - durften Kinder ihre "Wut-Punkte" als Messstellen vorschlagen.
Beim siebten Blitzmarathon - hier ein Foto aus Oberhausen - durften Kinder ihre "Wut-Punkte" als Messstellen vorschlagen.
Foto: Kerstin Bögeholz/WAZ FotoPool
Der Essener FDP-Landtagsabgeordnete Ralf Witzel hat den Blitzmarathon des Innenministeriums als „sinnlose Show-Aktion“ kritisiert: wegen des viel zu hohen Personalaufwands und weil die Polizei Kinder zu "Hilfssheriffs" mache. Allein in Essen seien für die sechs bisherigen Blitzmarathons 5680 Dienststunden angefallen.

Essen. Der Essener FDP-Landtagsabgeordnete Ralf Witzel hat den Blitzmarathon des Innenministeriums als „sinnlose Show-Aktion“ kritisiert, der mit einem viel zu hohen Personalaufwand einhergehe.

Demnach seien allein in Essen für die sechs bisherigen Blitzmarathons 5680 Dienststunden angefallen, die dann - wie Witzel meint - „für deutlich wichtigere Aufgaben bei der Kriminalitätsbekämpfung“ fehlten. Bedenklich sei ferner, „dass Kinder zu Hilfssheriffs gemacht und aufgefordert werden, sogenannte Wutpunkte zu benennen“. Witzel: „Sichtbarer hätte die Polizei kaum verdeutlichen können, dass es ihr allein um Show und Emotionen geht.“

Aus Sicht der FDP ist zwar nichts dagegen einzuwenden, gegen rücksichtslose Autofahrer vorzugehen. Um dieses Ziel zu erreichen, wäre es aber sachgerechter gewesen, Polizisten vor Schulen und Kindergärten zu postieren, um Verkehrsteilnehmer – oftmals auch Eltern – für größere gegenseitige Rücksichtnahme zu sensibilisieren. An solchen Orten seien Kinder tatsächlich besonder gefährdet. Sinnvolle Tempokontrollen müssten zudem unangekündigt stattfinden, „und zwar an tatsächlichen Gefahrstellen“.