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Essener Tafel in Sorge zur Weihnachtszeit: „Ukrainer wollen unser System nicht verstehen“

Essener Tafel ist in Sorge. Immer mehr Menschen wollen Unterstützung bei immer weniger Lebensmitteln. Aufnahmestopps werden nicht akzeptiert.

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Tafel Essen: So läuft es nach dem Ende des Ausländerstopps

Seit Mittwoch werden Ausländer wieder an der Essener Tafen angenommen. Für die meisten Bedürftigen ist das kein Problem. Sollte es erneut zu Problemen kommen, würden sie den Aufnahmestopp aber wieder einführen.

Die Essener Tafel tut, was sie kann. Als eingetragener, gemeinnütziger Verein versorgt die Tafel dreimal die Woche ca. 6.000 bedürftige Einwohner aus Essen. Voraussetzung dafür ist, dass man nachweislich Bürgergeld-Empfänger ist.

Gerade der Ukraine-Krieg, die Energiekrise und Inflation haben zu massiven Veränderungen und deutlich mehr Anfragen für das Hilfsangebot geführt. Im Gespräch mit DERWESTEN betont der Vorsitzende der Essener Tafel Jörg Sartor, dass man nicht allen Menschen helfen könne. Einige Flüchtlinge wollen das aber nicht akzeptieren und greifen zu drastischen Mitteln.

Essener Tafel ist Rassismusvorwürfen ausgetzt

„Bei der Tafel haben wir 1635 Plätze zur Verfügung und wir rechnen pro Platz mit 3,5 Menschen. Das heißt, dass wir 5.000 bis 6.000 Plätze zur Verfügung haben. In Essen beziehen aber 105.000 Menschen Leistungen vom Staat, dazu kommen 10.000 Wohngeldempfänger, die noch darauf warten, und dazu kommen nochmal 8.500 Ukrainer“, erzählt Sartor.

Jörg Sartor, Vorsitzender der Essener Tafel
Jörg Sartor, Vorsitzender der Essener Tafel Foto: Foto: Stefan Schier

Sartor erinnert sich an Ukrainer, die massive Forderungen an die Essener Tafel hatten: „Wenn Sie mich und meine Familie nicht aufnehmen, soll die Tafel Essen das auch schriftlich begründen, weil sonst der Verdacht auf Diskriminierung von ukrainischen Kriegsflüchtlingen bestehen würde“, sollen Ukrainer gesagt haben.

Für Sartor absolut unverständlich: „Ich will Ihnen jetzt nicht sagen, was ich darauf geantwortet habe“, ärgert sich der Vorsitzende gegenüber DERWESTEN.

Aufnahmestopp wegen zu vieler Bewerbungen

Pro Monat hat die Essener Tafel 15 bis 20 neue Plätze frei, aber jeden Monat gibt es 150 bis 200 Anfragen. Laut Sartor passt das alles nicht zusammen. Deswegen gibt es momentan einen zeitlich begrenzten Aufnahmestopp. Die Menschen reagieren unterschiedlich auf diesen Aufnahmestopp.

+++ Essen: Tafel-Chef schlägt Alarm: „Irgendwann ist man leer“ +++

Manche würden es hinnehmen und manche verstehen es einfach gar nicht. „Nach der Flüchtlingswelle 2015 gab es Probleme mit den Iranern und Irakern, weil sie dachten, dass die Tafel staatlich und somit verpflichtet ist, ihnen zu helfen. Jetzt haben wir das gleiche Problem mit den Ukrainern, weil sie das System nicht verstehen oder nicht verstehen wollen“, klagt Sartor gegenüber DERWESTEN.

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Essener Tafel hat immer weniger Lebensmittel zur Verfügung

Das Konzept der Tafel Essen besteht unter anderem daraus, dass Lebensmittel gesammelt werden, die sonst weggeworfen werden sollen, um diese an bedürftige Menschen zu verteilen. Momentan sind aber weniger Lebensmittel zur Verfügung als noch in den vergangenen Jahren und das hat unter anderem diese zwei Gründe.

Seit Mai 2022 bietet der Discounter Lidl die sogenannten „Rettertüten“ an. Für drei Euro können Kunden hier die Rettertüten mit Lebensmitteln kaufen, die optisch nicht mehr ganz perfekt sind oder bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft. „Die hätten wir sonst bekommen. Die fallen jetzt weg“, ärgert sich Sartor.


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Auch mit der App „Too Good To Go“ fallen potenzielle Lebensmittel weg, „die sonst vielleicht zu uns gekommen wären“, erzählt der Vorsitzende der Tafel Essen gegenüber DERWESTEN.