Essen

Essener Startup legt sich mit Red Bull an – wer diesen Energydrink kauft, unterstützt Traditionsvereine

Zwei Essener schaffen einen Energydrink gegen die Kommerzialisierung des Fußballs.
Zwei Essener schaffen einen Energydrink gegen die Kommerzialisierung des Fußballs.
Foto: Flutlicht.rocks
  • Viele Fußballfans ärgern sich über Red Bull
  • Ein Essener Startup will den Konzern jetzt ein wenig ärgern
  • Und hat den Energydrink für Traditionsvereine entwickelt

Essen. Der Fußballromantiker hat es nicht leicht. Immer häufiger verschwinden die einst großen Traditionsklubs in der Versenkung, werden in der Bundesliga von hochgezüchteten Projekten abgelöst.

Für viele Fans ist RB Leipzig die Spitze dieser Entwicklung. Auch für die beiden Essener Stefan Henske und Martin vom Hofe. Beide kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Rot-Weiss Essen. Vom Hofe war bis August fünf Jahre lang Marketingleiter der Rot-Weissen, begegnete Henske von der Event-Agentur TAS beruflich immer wieder.

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Und weil sich die beiden einig waren, dass „kein Red Bull trinken“ zu wenig Protestmöglichkeit gegen das Konstrukt RB Leipzig ist, haben sie den Gegenentwurf ins Leben gerufen: Flutlicht!

So heißt der Energydrink, den es seit Mittwoch auf dem Markt gibt. Das Besondere: „Wer ihn trinkt, unterstützt nicht RB, sondern einen Traditionsverein seiner Wahl“, erklärt Henske.

Die Gründer führten dafür den Sportgroschen ein. Bis Mitte der 90er Jahre gingen 10 Pfennig jeder Eintrittskarte an das DFB-Sozialwerk. Analog spenden Flutlicht-Käufer 5 Cent an einen Traditionsverein. Den kann man beim Kauf des Getränks im Internet auswählen. In einer Liste sind alle Fußballklubs der 1. bis 4. Liga – außer RB Leipzig, der TSG Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg.

Und wenn jemand keinen Lieblingsvereun hat? „Auch nicht schlimm. Dann wird der Sportgroschen an Chemie Leipzig und den 1. FC Lok Leipzig gegeben, die durch Red Bull zu kurz kommen“, sagt Henske.

„Es geht uns darum, Red Bull ein wenig zu ärgern“, so Henske. „Alle regen sich drüber auf, trinken es aber trotzdem. Wir haben etwas geschaffen, das ähnlich schmeckt, sich aber klar gegen den Kommerz im Fußball positioniert.“

Positive Resonanz für „Flutlicht“

Ihre Liebe zur Tradition drückten Henske und vom Hofe auch im Logo ihres Drinks aus. Der Essener Energy-Fan sieht sofort: Das ist der alte Flutlichtmast vom Georg-Melches-Stadion.

„Dieses Produkt ist wie gemacht für Traditionsvereine wie RWE oder Alemannia Aachen. Rund um die Hafenstraße wurden uns schon 1000 Dosen abgekauft - da gab es die Dose noch gar nicht. Das sind schon 50 Euro für die Jugendarbeit von Rot-Weiss Essen“, freut sich Henske über die erste positive Resonanz.

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