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Nach Aus des Studios: Club-Szene in Essen schrumpft seit Jahren – diese Kult-Clubs mussten bereits schließen

Nach Aus des Studios: Club-Szene in Essen schrumpft seit Jahren – diese Kult-Clubs mussten bereits schließen

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Im legendären „Mudia Art“ ging es immer heiß her. Foto: Funke Foto Service

Essen. 

In Essen gibt es seit Jahren einen ständigen Wechsel der Clubs und Diskotheken. Waren vor Jahren noch die Großraum-Discos angesagt, sind es mittlerweile mehr die kleineren, intimeren Clubs.

Doch die Clublandschaft in Essen wird immer kleiner. Im April schließt einer der bekanntesten Clubs der Stadt: Das Studio macht nach acht Jahren dicht.

Clublandschaft in Essen schrumpft: Legendäre Discos machten nacheinander dicht

Doch vor dem Studio hat es schon zahlreiche andere Clubs gegeben, die nach mehreren Jahren oder sogar Jahrzehnten geschlossen haben. Und nicht bei allen kam ein Nachfolger wie es zum Beispiel beim legendären „Mudia Art“ in Essen der Fall war.

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Die Großraum-Disco „Mudia Art“ war vor allem für ihre extrem harten Türsteher bekannt. Und wer dort hineinwollte, musste nicht nur einen strengen Dresscode erfüllen, sondern auch die Taschen voller Geld haben. Dafür hat sich der Besuch aber meistens gelohnt, Gogo-Girls heizten dem „Mudia Art“ genauso sehr ein wie weltweit bekannte DJs aus der Elektro-Szene. Eine Nobel-Diskothek, die Mitte der 90er Jahre eröffnet wurde und 2006 endgültig dicht machte.

Auch wenn viele damalige Besucher hofften, dass es ein Nachfolge-Modell der Disko geben sollte: Der danach an der Frohnhauser Straße etablierte Delta Musik Park legt bis heute Wert auf andere Dinge als Dresscode. Und auch das „Essence“ an der Viehofer Straße, wo man durchaus mal sexy Gogos tanzen sieht, konnte für viele Fans nie an die Legende des „Mudia Art“ heranreichen.

Viele legendäre Clubs und Discos wurden in Essen bereits geschlossen

Das Nachbargelände des Delta Musikparks hatte 2013 eine Truppe junger DJs in einen Open-Air-Techno-Club verwandelt: Die „Frohnatur“ war geboren. Das Projekt, entstanden aus der „Straßenmusik“, sollte aber nur drei Jahre halten: Ende 2016 wurde die „Frohnatur“ wieder dicht gemacht, die Gründer wollten sich neuen Projekten widmen. An der Beliebtheit hat es sicher nicht gelegen, die „Frohnatur“ war stets gut besucht. Nachfolger für den Open-Air-Club ist das Westend. Dieser Club wird ebenfalls vom Delta-Management betrieben.

Auch der wegen seiner After-Hour-Partys berüchtigte „Porn Club“, der später zum „Lighthouse“ wurde, in der Hilgerstraße im Nordviertel machte nach mehreren Jahren dicht. Ein Revival sollte der „Porn Club“ eigentlich 2012 an einem anderen Standort in einem Gewerbegebiet erleben. Doch dazu ist es nie gekommen. Denn die Stadt Essen hatte den Club damals nie eröffnen lassen. Das Bauordnungsamt untersagte dies, da der dortige Bebauungsplan Vergnügungsstätten nicht zulässt. Aus der Traum von der Wiedereröffnung.

Auf der Rüttenscheider Straße waren früher deutlich mehr Clubs

Auf der früher mal wegen ihrer zahlreichen Clubs berühmten Rüttenscheider Straße gibt es heute nur noch wenige Tanz-Tempel. Das 19down und der Addicted-Club, das Hanz Dampf und das Graey gehören noch zu den Clubs auf der Rü, die sich halten.

Der Addicted-Club ist auf den Solid-Club unterhalb des Irish Pub am Giradet-Haus gefolgt. Das Solid selbst folgte auf den „Gold-Club“, der damals vom Betreiber der Goldbar im Südviertel betrieben wurde.

Im Addicted-Club vereinen sich nicht nur das Solid, sondern wird jeden zweiten Samstag eine Hommage an die legendäre Ego-Bar auf der Rü gefeiert. Die Ego-Bar von Gastronom Hannes Schmitz neben dem Hotel Arosa wurde 1987 eröffnet und schloss im Jahr 2015 endgültig seine Pforten. Auch die anderen Lokale „Schmitz, was sonst?“ und die „Schwarze Rose“ haben im selben Jahr für immer geschlossen. Viele virtuelle Tränen wurden bei der Bekanntgabe der Schließung in den sozialen Medien vergossen.

Vorgänger des Studios hielt sich gerade mal zwei Jahre

Und auch das „Studio“ hatte einen Vorgänger: das Mikatronic. Dieser Club hielt sich gerade mal zwei Jahre an der Schützenbahn, bis er pleite war. Gefolgt ist das „Studio“, wo es acht Jahre exklusiven Techno auf die Ohren gab.

Doch damit ist nun auch Schluss, im April schließt wieder ein Club in Essen zum letzten Mal seine Türen. Mal sehen, ob es einen Nachfolger geben wird. (fb)