Essen

Eiseskälte kann für Obdachlose tödlich sein: So kannst du ihnen helfen

Für Obdachlose kann die Kälte tödlich sein. (Archivbild)
Für Obdachlose kann die Kälte tödlich sein. (Archivbild)
Foto: dpa
  • Initiative „Essen packt an“ appelliert: Im Zweifel den Notruf wählen
  • Organisation braucht Spenden: Decken und Jacken gibt es allerdings zur Genüge

Essen. Es ist kalt. Richtig kalt. Für die meisten von uns ist das nur bedingt ein Problem: Wir stellen die Heizung ein paar Grad höher und machen es uns mit einem Tee auf der Couch gemütlich.

Für manche kann die Kälte aber tödlich sein: Erst vor zwei Tagen haben Passanten mithilfe der Freiwilligen-Organisation „Essen packt an“ (Epa) einen Obdachlosen gerade so vor dem Erfrieren gerettet. Mitten in der Essener City lag der Mann auf dem eiskalten Boden.

Kunden lassen Sterbenden einfach liegen

Es ist nicht selbstverständlich, dass Passanten helfen, wenn jemand offenbar dringend Hilfe braucht, sagt Markus Pajonk von Epa. In Essen-Borbeck etwa sind vor wenigen Monaten mehrere Bank-Kunden achtlos über einen Mann gestiegen, der nach einem Infarkt dort auf dem Boden lag. Weil ihm zunächst keiner half, starb er. „Das darf nicht mehr passieren“, sagt Pajonk.

„Wer jemanden hilflos am Boden liegen sieht, muss die 112 wählen. Ganz einfach“, sagt Pajonk.

Und wenn ich unsicher bin oder Angst habe, dass ich vielleicht angegriffen werde? „Einfach einen anderen Passanten ansprechen und gezielt sagen: 'Kommen Sie, wir helfen der Person jetzt.'“

„Essen packt an“ hat 24-Stunden-Hotline

Wegen der Kälte hat Epa derzeit eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet: Unter 0201 / 22 22 22 sind die Ehrenamtler telefonisch zu erreichen. „Wer sich Sorgen um einen Obdachlosen macht, kann uns anrufen“, sagt Pajonk.

Damit das Team von „Essen packt an“ arbeiten kann, ist es auf Spenden angewiesen. „Was wir aber eher nicht unbedingt brauchen, sind Jacken oder Pullover.“ Solche Spenden seien „total lieb gemeint“, würden den Obdachlosen aber nur bedingt helfen, erklärt der Helfer: „Jacken haben wir genug. Was wir brauchen, sind Geld- und Zeitspenden.“

Helfer für die Kältebrücke

Besonders wichtig: freiwillige Helfer, die mitmachen. „Es gibt ganz viele Aufgaben. Wer vielleicht bewegungseingeschränkt ist, kann auch von zu Hause was tun, unseren Mailaccount steuern oder bei der Hotline helfen.“

Auch für die Nachtschicht und die Kältebrücke werden Helfer gesucht: Jeden Abend fahren die Ehrenamtler durch die Stadt und kümmern sich um Obdachlose, die gerade jetzt dringend auf ihre Hilfe angewiesen sind.

Wenn du mithelfen möchtest: Du erreichst das Team über diese Facebook-Gruppe oder per Mail an epa@essenpacktan.ruhr

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