Essen

Unperfekthaus-Gründer vergleicht NS-Judenpolitik mit Burgerladen-Boykott

Reinhard Wiesemann.
Reinhard Wiesemann.
Foto: Sebastian Konopka/Funke Foto Services
  • Unperfekthaus-Chef vergleicht Schicksal eines Burger-Braters mit dem der Juden in der NS-Zeit
  • Reinhard Wiesmann will für Toleranz stehen
  • Der Vergleich hinkt allerdings

Essen. Dieser Post sorgte am Donnerstag für Aufregung: Unperfekthaus-Gründer Reinhard Wiesemann verglich auf seiner Facebook-Seite das Schicksal eines Essener Burger-Braters mit dem Boykott von jüdischen Geschäften in der NS-Zeit.

Seine Statement zu dem Thema:„ Furchtbar!!! Merkt hier eigentlich keiner die Parallele zu dem früheren 'Kauft nicht bei den Juden'?!?!?!?!?"

Wiesmann möchte für Toleranz stehen

Wiesmann erklärte seinen Post gegenüber DER WESTEN: „Persönliche Angriffe, Beleidigungen, Hass sind nicht akzeptabel." Er rufe zu mehr Toleranz und Diskussionsbereitschaft auf.

Außerdem fragt er:„ Wollen wir eine Gesellschaft, in der jeder Angst haben muss, seine Meinung kund zu tun [...] weil dann ein zweistelliger Prozentsatz seiner Kunden einen Bogen um sein Geschäft macht?"

Der Vergleich hinkt

Eine Meinung, die man so vertreten kann. Doch der Vergleich des Esseners hinkt: Die Judenverfolgung und der damit verbundenen Boykott von jüdischen Geschäften, war von der NSDAP forciert worden.

Wenn sich Kunden entscheiden, einen Burgerladen nicht zu besuchen, weil ihnen die politische Einstellung des Besitzers missfällt, dann ist dies ihre persönliche Meinung.

Holocaust ein sensibles Thema

Häufig hatten in der Vergangenheit Vergleiche mit der Judenverfolgung im dritten Reich für Aufsehen gesorgt. Anhand der Kommentare unter dem Facebook-Eintrag lässt sich erkennen, wie sehr das Thema polarisiert.

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