Essen

So hast du Essen noch nie gesehen! Sammler zeigt seine wunderschönen historischen Postkarten

„Alte Sachen haben einfach mehr Stil“, findet Burkhard Effertz.
„Alte Sachen haben einfach mehr Stil“, findet Burkhard Effertz.
  • Burkhard Effertz' Sammlung ist vermutlich einzigartig
  • Seine alten Postkarten sind ein historisches Bildarchiv
  • Sie zeigen ein Essen, das du so zuvor noch nie gesehen hast
  • Der 34-Jährige sammelt aber nicht nur Postkarten

Essen. Burkhard Effertz hat ein Problem: Bald ist sein letztes Album voll.

„Da ist nicht mehr viel Platz“, sagt er und blättert durch die Seiten. 600 Postkarten aus 120 Jahren besitzt Effertz. Das Besondere: Alle Karten zeigen Bilder aus Essen.

Alter Röhrenfernseher und Telefon mit Wählscheibe

Was der 34-Jährige in den letzten 15 Jahren mühsam angesammelt hat, ist nicht weniger als ein historisches Bildarchiv.

Überhaupt haftet seiner Wohnung in Essen-Borbeck etwas Museales an: Neben dem uralten Röhrenfernseher aus den 50er Jahren steht ein Grammophon. Eine alte Pendeluhr tickt in der Ecke und das Telefon hat eine Wählscheibe.

„Alte Sachen haben mich immer schon interessiert. Die haben einfach mehr Stil. Manche sagen, dass ich die alte Zeit selber lebe“, sagt Effertz.

Und die Postkarten? Warum ausgerechnet Essener Motive? „Ich wohne einfach total gern in Borbeck. Und ich liebe es, die alten Bilder auf den Karten mit den heutigen Orten zu vergleichen.“

„Grüße aus der Kanonenstadt“

Wahnsinn, wie sehr die Stadt sich verändert hat. Pittoreske Gründerzeitgebäude säumten um 1920 die Kettwiger Straße. Und wo am Limbecker Platz heute ein riesiger Kreisverkehr, ein Einkaufszentrum und Baukräne sind, waren um die Jahrhundertwende ein kleiner Park und prächtige Stadthäuser.

Unvorstellbar: Um den Ersten Weltkrieg herum sandte man noch „Grüße aus der Kanonenstadt Essen“. Jede einzelne seiner Postkarten hat Burkhard Effertz eingescannt, beschriftet und akribisch archiviert. Das macht ihm Spaß.

100 Paar Nike-Turnschuhe im Arbeitszimmer

Nur zufällig entdecke ich dann das: In seinem Arbeitszimmer steht ein Regal voller Schuhe. Dutzende bunte Nike-Turnschuhe. „Müssten so 100 Paar sein“, sagt Effertz, als wäre das nichts.

„Sammeln war immer meine Leidenschaft“, erzählt er und zeigt mir seine dritte Sammlung: Fossilien. Ein ganzer Schrank voll. „Das ist nur ein Teil. Der Rest ist im Keller.“

Neues Album? Nee!

Das Gute an den Postkarten sei ja, dass die viel weniger Platz wegnehmen als die Schuhe oder die Fossilien. Auch wenn die Alben jetzt fast voll seien.

Kann er sich nicht einfach ein neues Album im Laden kaufen? „Nee, da muss ich das richtige finden. Das muss schon ein altes sein. Das hat mehr Stil“, sagt Effertz.

 
 

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