Essen

Clans in Essen bedrohen Polizisten und Behörden: „Wir wissen, wer du bist“

So werden kriminelle Clans in NRW bekämpft

NRW-Innenminister Herbert Reul und Essens Polizeipräsident Frank Richter erklären die Strategie zur Bekämpfung der kriminellen Clans.

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Essen. Kriminelle Clans versuchen in Essen offenbar Polizisten und andere Beamte in Angst zu versetzen. Gegenüber der „Rheinischen Post“ schildert Polizeipräsident Frank Richter, mit welchen Methoden Clan-Mitglieder psychischen Druck auf die Beamten ausüben.

„Es kommt zum Beispiel vor, dass abends ein dicker Mercedes-AMG vor dem Polizeipräsidium steht und die Insassen einem bestimmten Polizisten einen schönen Feierabend wünschen. Damit sagen die Clans ihm: Pass auf, wir wissen, wer du bist“, erklärte Richter in der Zeitung die Vorfälle aus Essen.

Essen: Clan-Mitglieder schüchtern Polizisten ein

Auch mehrere Polizisten schilderten der „Rheinischen Post“ anonym Einschüchterungsversuche und Drohungen. Bilder von der Schule ihrer Kinder würden den Polizisten, die gegen die Clans ermitteln, auf den Schreibtisch gelegt werden.

„Man guckt privat schon öfters in den Rückspiegel, um zu sehen, ob man verfolgt wird“, sagte einer der Polizisten der Zeitung. Dem Druck halte niemand über einen längeren Zeitraum stand.
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Doch Richter gibt sich kämpferisch: „Davon lassen wir uns aber nicht einschüchtern“. Die Methoden der Clans überraschen den Polizeipräsidenten nicht. Der Polizei sei bewusst gewesen, dass die Clans sich wehren werden, nachdem die Ermittler anfingen, den Druck auf die kriminellen Großfamilien zu erhöhen.

Essen ist Clan-Hochburg

Essen ist die Clan-Hochburg in NRW, wie Innenminister Herbert Reul (CDU) im Mai erklärte. Doch auch in den Großstädten am Rhein und im ländlichen Raum fallen Clan-Mitglieder durch Straftaten auf. Die meisten Verdächtigen mit Clan-Hintergrund seien Deutsche (36 Prozent), gefolgt von Libanesen (31), Türken (15) und Syrern (13).

 
 

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