Bürgermeister Fliß hat bei Rittern des Frohsinns Hausverbot

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Essen. Es gibt Leute, die behaupten, bei Karnevalisten gehe es mitunter ziemlich humorlos zu. Ob das stimmt, soll hier offen bleiben, Tatsache ist: Zumindest zwischen Bürgermeister Rolf Fliß und einigen Karnevalsvereinen ist derzeit der Frohsinn entschwunden. Der Rüttenscheider Grünen-Politiker ist ein geselliger Typ und hat anders als die meisten anderen in seiner Partei keinerlei Berührungsängste mit der ultraleichten Unterhaltung, aber er ist eben auch das: ein Grüner. Und als solcher ein Verfechter des Rauchverbots.

Nun muss man wissen: Auf Karnevalssitzungen wird immer noch gerne mal verbotenerweise der Raum voll gequarzt, nach dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter. Doch jüngst bei der KG Fidelio im Saal der Rüttenscheider St. Andreas-Pfarre, da gab es einen Kläger, genauer gesagt gleich deren zwei: das Ehepaar Fliß, das den Präsidenten bat, laut und deutlich klar zu machen, bei Veranstaltungen dieser Art sei das Rauchen nun einmal verboten. Der tat wie ihm geheißen, unter auffallendem Beifall vom Fliß-Tisch. Und dann ist die Sache eskaliert.

„Es gab unflätige Beschimpfungen gegen meine Frau“, sagt Fliß - von Rauchern, so muss man vermuten, die sich um ihr verbotenes Vergnügen gebracht sahen, bei Tische zu qualmen. Von „Mann zu Mann“ habe man die Sache aus der Welt geschafft, berichtet Fliß, aber der Streit sprach sich rum in der Essener Karnevalsszene, und der Schaden ist da.

Verschärfend mag eine Rolle spielen, dass wegen der Messe-Wahlkampfs die Emotionen hochgekocht waren und mancher auf Fliß sauer ist. Ende vom Lied: „Bei den ,Rittern des Frohsinns’ hat Herr Fliß Hausverbot“, fährt André Hammelsbruch, der Pressebeauftragte des Karnevalsvereins, schweres Geschütz auf. Nun, Rolf Fliß ist Ehrensenator in gleich drei anderen Vereinen und wird das verschmerzen können. „Ich lasse mir die Freude am Karneval nicht verderben“, so der Bürgermeister. Und darauf ein dreifach kräftiges - aber rauchfreies - Helau!