„Aktenzeichen XY“ im ZDF: Loverboy treibt junge Frau in die Prostitution – wie sie sich herauskämpft , ist einfach beeindruckend

Die Loverboy-Masche war Thema bei Aktenzeichen XY.
Die Loverboy-Masche war Thema bei Aktenzeichen XY.
Foto: ZDF

Karlsruhe/Essen. Die Freude bei Paula und Mutter Gabriele war groß.

Die beiden Frauen aus Karlsruhe hatten eine vermeintliche Traumreise nach Zypern gewonnen. Doch vor Ort stellte sich der Reisegewinn als eine riesige Kaffeefahrt raus. Davon berichteten sie bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“.

Aktenzeichen XY: Vermeintliche Traumreise entpuppt sich als große Kaffeefahrt

Ein zunächst sympathischer Mann holte die zwei ab. Schnell stellte sich raus, dass alle Teilnehmer die Reise auf die gleiche Art und Weise gewonnen hatten.

Alle Ausflüge mussten zusammen gemacht werden. Im Teppichladen werden die beiden unter Druck gesetzt, von mehreren Verkäufern regelrecht bedrängt und überrannt. „Ein Nein wurde nicht akzeptiert“, so das Betrugsopfer. Man könne nicht auswärts essen gehen, hieß es von den Veranstaltern.

„Man fühlte sich gefangen, wie im Zoo. Die waren überall, haben einen ständig angesprochen.“ In einem Lederwarenladen gab es zunächst eine Modenschau, dann wurden aggressiv die Waren angeboten. Mutter und Tochter kauften eine völlig überteuerte Lederjacke und zwei Ringe.

------------------------------------

Mehr Themen:

Top-News des Tages:

-------------------------------------

Essener Expertin warnt

Alina Krause vom Verbraucherdienst Essen e.V. rät: „Prüfe, ob du tatsächlich ein Gewinnspiel gemacht hast. Gewinne sind grundsätzlich kostenlos. Einfach googlen hilft.“

Sie würden regelmäßig täglich 50 Anrufe kriegen. Ihr Ziel sei so viel wie möglich Geld zu machen. Das erfolgt durch erhebliche Stornogebühren oder durch Drucksituationen in Folge überteuterter Ausflüge oder Produkte.

Die Initiatoren seien immer die gleichen Firmen. Das Ziel sei die Verkaufsveranstaltung.

Strand und Hotel? „Es war einfach nur schmutzig. Der Strand war voll mit Scherben.“, sagt Mutter Gabriele.

Fall Loverboy

Ein ebenso erschreckender Fall ist der von Sandra. Sie wurde Opfer eines Loverboys. Sie verliebte sich online in einen ehemaligen Fremdenlegionär. Was zunächst die große Liebe zu sein schien, entpuppte sich als ein fieser Betrüger.

Gezielt lockte er Sandra in die Prostitution. Er habe finanzielle Probleme, sagte der Mann. Zunächst zögerte Sandra, dann willigte sie ein sich zu prostituieren. „Ich habe mich verpflichtet gefühlt, hatte Angst um ihn, dachte es wäre kurzfristig, vielleicht zwei Wochen, dann hätte er seine Schulden bezahlt.“

Irgendwann sei sie nur noch eine Marionette in einem System gewesen. Bis zu 20 Freier musste sie bedienen. Keiner ahnte etwas von ihrem Doppelleben. „Die Täter achten darauf, dass die Opfer den Schein wahren.“

Nur mit unglaublicher Willenskraft kam Sandra aus der Loverboy-Masche und ihrem Leben als Prostituierte raus. Heute studiert sie Jura. (ms)

 
 

EURE FAVORITEN