Duisburg

Wahre Horrorgeschichte: Der „Kannibale von Duisburg“ tötete Frauen und Kinder und verspeiste sie

Mit den Ermittlern zurück an einem der alten Tatorte: Der Serienmörder Joachim Kroll sollte mit einem Polizisten nachstellen, wie und wo er seine Opfer überwältigt hatte. Dieses Bild stammt aus der alten Ermittlungsakte der Polizei.
Mit den Ermittlern zurück an einem der alten Tatorte: Der Serienmörder Joachim Kroll sollte mit einem Polizisten nachstellen, wie und wo er seine Opfer überwältigt hatte. Dieses Bild stammt aus der alten Ermittlungsakte der Polizei.
Foto: WAZ Fotopool

Duisburg. Bei dieser Horror-Geschichte läuft es einem eiskalt den Rücken runter - und sie ist wahr: Mehrere Morde hielten Duisburg Ende der 70er Jahre in Atem. Wie sich 1976 raustellte, steckte der „Menschenfresser von Duisburg‟ dahinter.

Ja, richtig gelesen. In Duisburg gab es einen Kannibalen, den „Ripper von der Ruhr‟. Sein Name: Joachim Kroll. Er wurde 1980 wegen achtfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Mit der Polizei ging er zurück an die Tatorte - zeigte, wie er mordete.

Kroll gab zu, dass es um die 20 bis 30 Morde waren, die er begangen habe.

Bei einigen hatte Kroll Fleisch aus den Leichen geschnitten, gekocht und verspeist.

Die ganze gruselige Geschichte:

Am 2. Juli 1976 vermissten die Eheleute Kettner plötzlich ihre vierjährige Tochter Marion. Die Kleine war am Nachmittag mit Freundinnen zum Spielen draussen. Zeugen sahen sie noch auf dem Spielplatz nahe ihres Elternhauses auf der Friesenstraße in Duisburg-Laar.

Dann verschwand das kleine Mädchen. Die Eltern informierten die Polizei, die leitete eine Großfahndung ein. Polizeibeamte befragten die Nachbarn und Passanten. Ohne Erfolg.

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Eltern suchten Tochter

Auch die Eltern und Bekannte machten sich auf die Suche. Bei den polizeilichen Ermittlungen hab es eine Unregelmäßigkeit im Nachbarhaus der Kettners. Auf der Friesenstraße 3 war seit Tagen eines der Etagenklos verstopft.

Den Polizeibeamten erzählte ein Hausbewohner, sein Nachbar namens Joachim Kroll habe ihn darum gebeten, das Klo vorerst nicht mehr zu benutzen.

Innereien in der Toilette

Kroll sagte, er habe ein Kaninchen auseinandergenommen und versucht, die Innereien durch die Toilette zu entsorgen. Dabei wären die Rohre verstopft.

Der Polizeibeamte wurde hellhörig. Als die Polizei die Abwasserrohre untersuchen ließ, fanden sie tatsächlich Eingeweide. Allerdings nicht von einem Kaninchen, sondern von einem kleinen Menschen.

Kroll kochte gerade

In Krolls Dachgeschosswohnung fanden die Beamte in der Tiefkühltruhe Plastiktüten mit Menschenfleisch. Auf dem Herd stand ein Kochtopf. Kroll kochte sich gerade eine Suppe mit Kartoffeln und Möhren. In dem Sud schwamm eine Kinderhand.

Die Beamten nahmen Joachim Kroll (damals 43 Jahre alt) am 4. Juli 1976 fest. Bei seinem Verhör sagte er aus, dass er die kleine Marion mit Schokolade in seine Wohnung gelockt hatte.

Innerhalb von 20 Jahren hatte der nur 1,60 Meter große Mann mindestens acht Morde begangen. Bei einigen Leichen fehlten Fleischstücke an der Hüfte, bei anderen am Gesäß. Kroll wollte wissen, wie Menschenfleisch schmeckt und wie der Mensch von innen aussieht.

Der „Ripper von der Ruhr“ war Toilettenwärter, ein freundlicher Einzelgänger, wie ihn seine Nachbarn beschrieben.

1956 ermordete er zum ersten Mal. Eine Frau wurde sein erstes Opfer. Seine Morde gingen von Duisburg nach Dinslaken, Essen und Wuppertal.

Ermittler waren schlau

Die Ermittler näherten sich Kroll auf kumpelhafte Weise, unterhielten sich mit ihm über seine Hobbys. So bekamen sie sein Vertrauen und der Mörder erzählte ihnen von seinen Taten. Doch an die Tatorte konnte er sich nicht erinnern.

Da fuhr die Polizei mit Kroll an die Stellen, wo Leichen aufgefunden worden waren.

Der damalige Leiter des Vernehmungsteams, Bernd Jägers, sagte noch im vergangenen Jahr zur WAZ: „Er hat uns in den Vernehmungen gesagt, dass es 20 bis 30 waren. Ich habe ihm das geglaubt. Sicher zuordnen konnten wir ihm aber nur zwölf Taten“.

Über drei Jahre nach seiner Verhaftung, am 4. Oktober 1979, startete der Prozess vor dem Landgericht Duisburg.

Nach 151 Prozesstagen wurde Kroll wegen achtfachen Mordes und einem Mordversuch zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er kam in die Justizvollzugsanstalt Rheinbach.

Fast 15 Jahre nach seinem letzten Mord starb der Serienmörder Joachim Kroll am 1. Juli 1991 an einem Herzinfarkt.

 

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