Stadtdirektor Peter Greulich tritt nicht als OB-Kandidat der CDU an

Oliver Schmeer
Der Bündnisgrüne Stadtdirektor Peter Greulich wird bei der CDU sehr geschätzt, eine Kandidatur schließt Greulich aber aus.
Der Bündnisgrüne Stadtdirektor Peter Greulich wird bei der CDU sehr geschätzt, eine Kandidatur schließt Greulich aber aus.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Wer nachlegt, hat einen Vorteil, weil er schon die Karten der Gegenspieler kennt: Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die CDU für die Oberbürgermeister-Wahl mit einem Top-Blatt kontern kann. Ein möglicher Lieblingskandidat hat das falsche Parteibuch: der Bündnisgrüne Stadtdirektor Peter Greulich.

Bei den CDU-Strategen in der Parteizentrale wittert man leichte Morgenluft, nachdem die Parteienkonkurrenz ihre Kandidaten benannt hat, die sie am 17. Juni ins Rennen um die Rathausmacht schickt. Der Gegenspieler sitzt vor allem bei der SPD, und CDU-Parteichef Thomas Mahlberg hat sich auf den SPD-OB-Kandidaten Sören Link schon eingeschossen: Ein „Parteikader“ sei der 35-Jährige und nicht das, was sich die Duisburger ursprünglich als Wunschkandidaten vorgestellt hätten.

Mahlberg unterstreicht, dass Greulich „große Sympathie“ in den CDU-Reihen genießt, und einen „guten Job“ als Stadtdirektor mache der Bündnisgrüne ebenfalls. Er könnte ein Kandidat eines breiten bürgerlichen Lagers jenseits der SPD sein. Könnte.

"Ich trete doch nicht gegen die eigene Partei an"

Greulich selbst fühlt sich durch die lobenden Worte aus den CDU-Reihen geschmeichelt; er prognostiziert auch eine mögliche breite Unterstützung für ihn im bürgerlichen Lager, stellt aber klar: Gegen seine eigene Partei macht eine Kandidatur keinen Sinn. Nicht gegen die vom Grünen-Vorstand empfohlene Ingrid Fitzek und erst recht nicht als Kandidat der CDU: „Ich trete doch nicht gegen die eigene Partei an“, so Greulich.

Politischer Neuanfang nach der LoveparadeSo wird Mahlberg eine Kandidatin, einen Kandidaten suchen müssen, der in der anvisierten Stichwahl, wenn keiner der Bewerber am 17. Juni die absolute Mehrheit erreicht, so attraktiv ist, dass er im strukturell eher sozialdemokratisch ausgerichteten Duisburg dem SPD-Konkurrenten über das eigene CDU-Wahllager hinaus Paroli bieten kann. Das kann auch ein Kandidat ohne CDU-Parteibuch und/oder von außen sein, lässt Mahlberg durchblicken. Eine(r) mit Kompetenz und Charisma.

Ein "Pfund " muss her

Die Spitzenriege hat abgesagt: Parteichef Mahlberg, sein Vize Peter Ibe, die Fraktionschefin Petra Vogt, auch CDU-Kulturdezernent Karl Janssen. Andere kandidieren schon im Mai für den Landtag. Mit einem reinen Zählkandidat aus den Partei-oder Fraktionsreihen ist der CDU aber auch nicht gedient. Ein „Pfund“ muss her, will die CDU eine ernsthafte Chance haben. „Wir haben noch Zeit, die Gespräche laufen“, zeigt sich Mahlberg bedeckt.

Die Sauerland-Zeit als Belastung bei der OB-Wahl? Der Überraschungssieger von 2004 und 2009 sei allein wegen der Loveparade abgewählt worden, meint Mahlberg und setzt darauf, dass „uns viele Leute auch sagen, dass sich Duisburg unter Sauerland gut entwickelt hat.“