Duisburg

SEK-Einsatz in Duisburg: Polizei nimmt Sprengstoff-Plattform hoch – rechtsextremer Bezug in NRW

Bundesweiter SEK-Einsatz: Auch in Duisburg griff die Polizei am Dienstag zu.
Bundesweiter SEK-Einsatz: Auch in Duisburg griff die Polizei am Dienstag zu.
Foto: dpa

Duisburg. Mit bundesweiten Einsätzen hat die Polizei am Dienstag eine Gruppe hochgenommen, die über das Internet Anleitungen zum Bau von Bomben sowie zur Herstellung von Sprengstoff verbreitet hat. Auch in Duisburg griff die Polizei zu.

Auf der Website xplosives.net tauschten sich insgesamt rund 360 Menschen über den Bombenbau aus. Die Polizei hatte am Dienstag bei einem Einsatz in neun Bundesländern sowie in Litauen und Kroatien die frei zugängliche Sprengstoff-Plattform stillgelegt und 22 Verdächtigte ermittelt.

Die Durchsuchungen richteten sich gegen 22 Verdächtige im Alter von 17 bis 55 Jahren.

Duisburg: SEK stürmt Wohnung in Beeckerwerth

Wie die WAZ berichtet, schlug das SEK der Polizei am Dienstagmorgen in einem Haus an der Niedermendiger Straße in Duisburg-Beeckerwerth zu. Die Wohnung eines Mannes Ende 20 wurde demnach durchsucht.

Der Verdächtige wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen. In seiner Wohnung fanden die Beamten dem WAZ-Bericht nach Chemikalien.

Festgenommen wurde keiner der Verdächtigen. Es bestehe keine Fluchtgefahr.

„Einen politischen Hintergrund gibt es nicht, haben wir nicht festgestellt“, sagte Uwe Lührig, Polizeipräsident in Göttingen, von wo aus der Einsatz koordiniert wurde, zunächst am Dienstag.

Eher sei von einer Wettbewerbssituation auszugehen: „Das waren fast Meisterschaften, die dort ausgespielt worden sind.“

Rechtextremistischer Bezug in NRW

Aber: Am Donnerstag kam heraus, dass bei einem weiteren Verdächtigen aus NRW in Soest ein rechtsextremistischer Bezug festgestellt wurde.
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Mehrere T-Shirts und Aufkleber mit Aufdruck rechtsradikaler Netzwerke sowie eine Hakenkreuzfahne wurden sichergestellt. Wegen der neuen Erkenntnisse ermittele nun der Staatsschutz und werte das Handy und den PC des Mannes aus.

Zur Frage, ob die Waffen und der Sprengstoff auch gegen Menschen eingesetzt werden sollten, gebe es noch keine Erkenntnisse. „Wir können es nicht ausschließen“, sagte Lührig am Dienstag.

400 Kilogramm Grundstoff für Sprengstoff entdeckt

Insgesamt wurden in Deutschland fast 400 Kilogramm Grundstoffe zur Herstellung von Sprengstoff entdeckt, 200 Kilogramm davon in Niedersachsen und 127 Kilogramm in Baden-Württemberg, wie die Polizei auflistete. Außerdem entdeckten die Beamten mehrere Langwaffen, Waffenteile, Schießkugelschreiber sowie Labore und Drogenküchen zum Herstellen von Sprengstoff oder Betäubungsmitteln. (dpa/jg)

 
 

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