Duisburg

RTL 2 zeigte ihn bei „Hartz und Herzlich“: Frank M. aus der Duisburger Eisenbahnsiedlung wurde offenbar getötet

Frank M. aus Duisburg wurde von RTL2 porträtiert. Nun ist er tot.
Frank M. aus Duisburg wurde von RTL2 porträtiert. Nun ist er tot.
Foto: Screenshot/RTL2

Duisburg. Hunderttausende sahen Frank M. 2016 im TV. RTL 2 hatte den damals 44-jährigen arbeitslosen Bergmann im Rahmen der Reportagereihe „Hartz und Herzlich“ monatelang begleitet.

Der Sender zeigte, wie der Ex-Junkie Grünzeug für seine Meerschweinchen suchte, Äpfel fürs Mittagessen besorgte, Flaschen sammelte und an den Rhein ging, um dort ein wenig Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen.

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Doch nun ist Frank M. (47) tot. Die Polizei fand den 47-Jährigen am Dienstag in seiner Wohnung an der Henschelstraße. Bekannte hatten die Beamten alarmiert, weil sie M. seit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatten.

Wie die Polizei mitteilte, hätte die Obduktion Hinweise auf ein Tötungsdelikt ergeben. Eine Mordkommission habe nun die Ermittlungen aufgenommen. Der zuständige Duisburger Staatsanwalt Alexander Bayer konkretisiert auf Nachfrage von DER WESTEN: „Die Auffindesituation des Toten war ungewöhnlich. Zudem lässt das Ergebnis der Obduktion den Schluss auf ein Tötungsdelikt zu. Es wurden nun weitere rechtsmedizinische Untersuchungen eingeleitet.“

Nachbar glaubt nicht an Mord

Nachbarn und Freunde zeigen sich geschockt über den Tod von Frank M. Olaf B., der auch in der RTL2-Sendung porträtiert wurde, glaubt jedoch nicht an einen Mord. Gegenüber der Bild sagte er: „Frank wurde am Samstag zuletzt gesehen. Er hatte am Ende ganz schön abgebaut, trank viel Wodka. Wahrscheinlich ist er bloß umgefallen – ich kann mir nicht vorstellen, wer ihn getötet haben könnte. Er war ein Einzelgänger, hatte mit niemandem Streit.“

Weiter berichtet die Zeitung, dass die Kriminalpolizei am vergangenen Mittwoch die Wohnung stundenlang nach Spuren durchsucht hätte. Eine Nachbarin habe den Ermittlern geschildert, dass sie am Wochenende verdächtige Geräusche aus der Wohnung von Frank M. gehört hätte.

Darum geht es bei „Hartz und Herzlich“

In der Sozialreportage „Hartz und Herzlich“ widmet sich RTL2 jeweils Staffelweise einer Siedlung in Deutschland. Der Sender will die Lebensrealität verschiedener Menschen darstellen. Zeigen, wie es denen ergeht, die in Armut leben müssen. Aber auch darstellen, wie sie die Traditionen der Siedlung bewahren.

Im Rahmen von „Hartz und Herzlich“ porträtierte RTL2 schon die „Benz-Baracken“ von Mannheim, den „Blockmacherring“ von Rostock, die Plattenbauten von Bitterfeld-Wolfen und die „Eisenbahn-Siedlung“ in Duisburg-Friemersheim.

 
 

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