Problemhaus "In den Peschen" soll 2014 geräumt werden

Das "Problemhaus" an der Straße In den Peschen in Duisburg. Archiv-Foto:  Ulla Emig WAZ Fotopool
Das "Problemhaus" an der Straße In den Peschen in Duisburg. Archiv-Foto: Ulla Emig WAZ Fotopool
Foto: Ulla Emig (Archiv)
Ein Duisburger Vermieter hat ein von Roma bewohntes Haus im Stadtteil Bergheim räumen lassen. Er wolle das Viertel "von der bisherigen Art der Vermietung befreien", sagte der auch als Rotlichtgröße bekannte Branko Barisic. Auch das "Problemhaus" In den Peschen soll geräumt werden.

Duisburg.. Die ersten Roma sind aus Duisburg-Bergheim ausgezogen – allerdings nicht völlig freiwillig. Hauseigentümer und Rotlichtgröße Branko Barisic ließ jetzt das Gebäude Beguinenstraße 1 räumen. Das Nachbargebäude sowie das Hochhaus In den Peschen sollen demnächst folgen.

„Ich möchte das Viertel von der bisherigen Art der Vermietung befreien“, sagt Barisic. Die Räumung sei ein erster Schritt. Dort hätten jedoch keine Mieter gelebt, vielmehr hätten sich dort viele Roma unrechtmäßig Zutritt verschafft und das Haus besetzt. Der Integrationsverein „Zukunftsorientierte Förderung“ (Zof), der seit rund einem Jahr vor Ort tätig ist, begrüßt diese Maßnahme. „Die Aktion war die beste Lösung“, sagt der Vereinsvorsitzende Deniz Aksen. Er hat die Räumungsaktion zusammen mit seinen Mitarbeitern begleitet und ausgiebig vorbereitet, hat eine Versammlung der Bewohner abgehalten und mit Hilfe vereinseigener Dolmetscher erklärt, dass sich die Hausbesetzer eine neue Bleibe suchen müssen.

Alle Menschen sollen ausziehen

Im Februar soll nun die Nachbaradresse, Beguinenstraße 3, folgen – anschließend das von Hunderten Roma bewohnten Hochhaus In den Peschen. Sämtliche Mietverträge laufen zum Ende des Monats aus, und Immobilieneigentümer Barisic verzichtet auf eine weitere Vermietung. Die künftigen Räumungen werden gleichfalls von Zof begleitet, so Aksen. Dies sei bereits vereinbart. Außerdem führt Barisic derzeit Gespräche mit der Stadt. Er möchte erreichen, dass die Duisburger Verwaltung oder die Stadttochter Gebag Ersatzwohnungen zur Verfügung stellt.

Anschließend soll Schluss sein mit bundesweiten Negativschlagzeilen und rechtspopulistischen Demonstrationen, in Bergheim soll wieder Ruhe einkehren. Gleich mehrere Visionen hat Barisic, was aus den Häusern werden könnte. Er könne sich eine Rückkehr zu Sozialwohnungen ebenso vorstellen wie altersgerechtes Wohnen. „Vielleicht reißt sie aber auch jemand ab und baut neu.“ Offen sei er für Angebote, und Optionen gebe es viele. Sicher sei aber: „In der letzten Konsequenz werden dort alle Menschen ausziehen.“

Indes bestätigt ein Stadtsprecher, dass es Gespräche über die Situation in Bergheim gibt. Details würden aber noch nicht öffentlich gemacht.

 
 

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