Duisburg

Nach Erdogan-Aufruf: Deutsch-Türken stürmen Bank in Duisburg und wechseln ihr Geld in Lira

Kathrin Migenda
Türkische Lira
Türkische Lira
Foto: dpa
  • Präsident Recep Tayyip Erdogan rief zum Währungs-Tausch auf, um Türkische Lira stabil zu halten
  • Jetzt wechseln Deutsch-Türken ihr Geld bei den Banken

Duisburg. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan rief dazu auf, Euro- und Dollar-Scheine in Türkische Lira zu wechseln.

Das hat nun auch Auswirkungen auf Deutschland. Vor deutschen und türkischen Banken haben sich Schlangen gebildet. Die Menschen wollen Euro in Lira umtauschen.

So auch in Duisburg: Laut der türkischen Zeitung „Hürriyet‟ standen die Menschen vor der Ziraat Bank an, um Euro umzutauschen.

Präsident rief zum Wechseln auf

Deutsch-Türken würden bei der Bank Euro-Scheine direkt in Türkische Lira wechseln. Viele schicken die gewechselten Lira-Scheine dann in die Türkei an Verwandte.

Die Lira hat seit Jahresbeginn bis zu einem Fünftel an Wert verloren und sich im November so schlecht geschlagen wie seit der weltweiten Finanzkrise 2008 nicht mehr. Da die Türkei viele Waren und Rohstoffe importieren muss, werden die Einfuhren dadurch teurer und die Inflation angeheizt.

Erdogan rief die Bürger deshalb wiederholt dazu auf, ausländische Devisen in Gold oder die Landeswährung Lira zu tauschen, um so die Lira zu stabilisieren.

Erdogan: Es gibt keine ökonomischen Gründe für den Kursverfall

„Unsere Wirtschaft ist ins Visier ausländischer Devisenspekulationen geraten“, behauptete Erdogan. Für den Kursverfall gebe es keine ökonomischen Gründe.

Devisenspekulanten und militärische Gegner würden versuchen, die Türkei „zu teilen und zu zerstören“.

Experten: Verunsicherung nach gescheitertem Militärputsch ist schuld

Experten machen für den Kursverfall der Lira unter anderem die Verunsicherung nach dem gescheiterten Militärputsch und dem scharfen Vorgehen Erdogans gegen erklärte Gegner als Reaktion darauf verantwortlich.

Zudem drückt die Aussicht auf steigende US-Zinsen und die Tourismusflaute nach den Bombenanschlägen auf die Währung.

(mit dpa/lin)

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