Weiteres Gutachten soll Loveparade-Veranstalter belasten

Ein weiteres Gutachten belastet die Veranstalter der Loveparade. Rainer Schaller weist die Verantwortung von sich.
Ein weiteres Gutachten belastet die Veranstalter der Loveparade. Rainer Schaller weist die Verantwortung von sich.
Foto: dpa
Rund drei Jahre nach der Katastrophe bei der Loveparade soll ein weiteres Gutachten die Veranstalter belasten. Laut einem Medienbericht waren dem Gutachten zufolge zu wenig erfahrene Sicherheitsleute im Einsatz. Das Gutachten wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft Duisburg erstellt.

Duisburg.. Ein weiteres Gutachten zur Loveparade-Katastrophe belastet nach Informationen des "Focus" den Veranstalter des Techno-Festivals, Lopavent. Sachverständige der Firma Invita Consult haben es im Auftrag der Staatsanwaltschaft Duisburg erstellt. Wie das Magazin am Montag berichtete, waren demnach auf dem 110.000 Quadratmeter großen Party-Gelände nur 234 Sicherheitsleute eingesetzt gewesen. Von erfahrenen Kräften könne dabei keine Rede sein, so das Gutachten.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg bestätigte am Montag, dass ein solches Gutachten vorliegt. Zu den einzelnen Beweiserhebungen nehme man jedoch keine Stellung, so ein Sprecher.

Als sich im Zugangsbereich zum Party-Gelände das tödliche Gedränge bildete, sind laut "Focus" die acht abgestellten Wächter, die die Menschenmasse aufs Gelände schieben sollten, überfordert gewesen. Im Tunnel, dem Zugang zum Gelände, wo es später zur tödlichen Massenpanik kam, patrouillierten lediglich 16 Ordner. Außerdem seien an den Enden des Tunnels zwei Kameras ausgefallen, was nach Ansicht der Sachverständigen die Kalkulation der Besucherströme unmöglich machte.

Rainer Schaller weist Verantwortung für das Sicherheitskonzept von sich

Laut "Focus" weist Veranstalter Rainer Schaller jegliche Verantwortung für das Sicherheitskonzept von sich. Für eine Stellungnahme war er am Montag zunächst nicht zu erreichen.

Vergangene Woche hatte die "Süddeutsche Zeitung" bereits aus einem Gutachten des Massendynamik-Professors Keith Still zitiert. Demnach sei es nach dem von der Stadt genehmigten Konzept nicht einmal theoretisch möglich gewesen, das Techno-Fest gefahrlos durchzuführen. Hätten die Verantwortlichen die Besucherströme addiert, hätten sie feststellen können, dass die Rampe auf das Gelände viel zu klein gewesen sei.

Bei der Loveparade in Duisburg waren vor knapp drei Jahren am 24. Juli 2010 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 500 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 15 Beschuldigte, darunter Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Veranstalters Lopavent. Anklage hat die Behörde bisher nicht erhoben. (dpa)

 
 

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