Duisburg

Hängende Schuhe an Duisburger Kreuzung - was steckt hinter dem Trend „Shoefiti“?

Auch in Duisburg hingen bis vor kurzem Schuhe an der Kreuzung Lange Kamp - Karl-Albert-Straße.
Auch in Duisburg hingen bis vor kurzem Schuhe an der Kreuzung Lange Kamp - Karl-Albert-Straße.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
  • Shoefiti überzieht Deutschlands Ampeln, Leinen und Stromkabel
  • Der Trend hat längst Duisburg erreicht
  • Doch was steckt dahinter?

Duisburg. Kennst du diesen Trend? Schuhe hängen an den Schnürsenkeln zusammengebunden an Ampeln, Bäumen oder auch Oberleitungen.

Shoefiti heißt das Phänomen, welches sich weltweit verbreitet hat. Die Meinungen, was hinter der Aktion steckt, gehen weit auseinander.

Trend hat Duisburg erreicht

Auch in Duisburg bereichern die hängenden Schuhe das Straßenbild. Bis vor kurzem zum Beispiel an der Kreuzung Lange Kamp - / Karl-Albert-Straße.

Florian Volkmann fuhr jeden Morgen unter den baumelnden Schuhen her. Sein Weg zur Arbeit führt unweigerlich an ihnen vorbei. „Ich finde es ganz lustig, weiß aber nicht, was dahinter steckt“, so der Duisburger.

Andere Duisburger haben die wildesten Vermutungen, was hinter dem Kuriosum stecken könnte.

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Drogen, Gangster oder doch nur Street Art?

So scherzt ein User bei Facebook, dass ein Läufer des Rhein City Run die Schuhe über eine Ampelanlage geworfen hat, als er geguckt hat, wo das Ziel ist. Eine lustige Idee, aber wohl eher nicht wahr.

Weitere Duisburger meinen, dass es ein Zeichen sein könnte, dass in einem Straßenzug Drogen verkauft werden. Oder es dient Gangstern als Markierung für ihr Revier. Beide Vermutungen beziehen sich allerdings eher auf die USA.

Alles weit gefehlt. Hinter Shoefiti steckt heutzutage eine Street-Art-Bewegung.

Anfänge von Shoefiti umstritten

Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Worten „shoe“ (Schuh) und „Graffiti“. Das Internet sorgt bei der Suche nicht wirklich für Aufklärung.

Amerikanische Rekruten sollen nach dem Ende ihres Wehrdienstes die ausgelaschten Treter über die nächstbeste Oberleitung gepfeffert haben. In Schottland hingegen werfen junge Männer ihre „boots“ über die Leitungen ihres Elternhauses. Das deutliche Zeichen: Ich bin nicht mehr Jungfrau.

Australische Schüler signalisieren mit der Aktion, dass sie ihre letzte Prüfung bestanden haben. Doch zurück nach Deutschland.

Trend ver­selb­ststän­di­gt sich in Deutschland

Bereits 2005 beobachten Bewohner Flensburgs die hängenden Eindringlinge. Kunden eines Skatershops sollen nach dem Kauf neuer Sneaker ihre alten Schuhe zurückgelassen haben. Der Ladenbesitzer warf sie dann einfach über eine Leine. Von hier aus eroberte der Trend wohl die Republik.

Welche Geschichte die Schuhe an der Kreuzung Lange Kamp - / Karl-Albert-Straße hinter sich haben, bleibt ungeklärt. Ob eine Kunstform dahinter steckt, jemand seine alten Latschen nicht mehr mochte oder doch eine Gang ihre „hood“ markieren wollte - es bleibt ein Geheimnis.

 
 

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