Duisburg im "Kulturstädteranking" auf drittletztem Platz

"Duisburg landet immer hinten, und das tut immer wieder weh", kommentiert Kulturdezernent Karl Janssen das Abschneiden Duisburgs im Kulturstädteränking.
"Duisburg landet immer hinten, und das tut immer wieder weh", kommentiert Kulturdezernent Karl Janssen das Abschneiden Duisburgs im Kulturstädteränking.
Foto: WAZFotoPool
Duisburg rangiert laut einer Studie im Kulturstädteranking des Hamburger Weltwirtschafts-Instituts auf dem drittletzten Platz. Ein Ergebnis, dass Fragen aufwirft. Schließlich ist laut Kulturdezernent Karl Janssen das kulturelle Angebot in Duisburg trotz fehlender Mittel weit gefächert.

Duisburg. Eine arme Stadt, die wenig Geld für Kultur ausgibt, kann im Vergleich mit Städten wie Stuttgart, Berlin oder Dresden nicht auf einem vorderen Platz liegen. Aber so manches Ergebnis im „Kulturstädteranking“, das das Hamburger Weltwirtschafts-Institut im Auftrag der Hamburger Berenberg-Bank erstellt hat, wirft Fragen auf. Die Studie, die sich den 30 größten deutschen Städte widmet, sieht Duisburg noch hinter Gelsenkirchen auf dem drittletzten Platz; Schlusslichter sind Wuppertal und Mönchengladbach.

„Duisburg landet immer hinten, und das tut immer wieder weh“, sagt Kulturdezernent Karl Janssen. „Da kommt wohl das teilweise Schmuddel-Image zum tragen.“ Allerdings fragt er sich, warum das Institut lediglich die öffentlichen Ausgaben für Kultur zum Maßstab gemacht habe – und von den Fördermitteln nur die, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ausgibt. Bei Bibliotheken, Theatern, Oper und Kinos wurden die Zahl der Plätze und Nutzer gezählt, dazu der Anteil der Beschäftigten in der Kulturwirtschaft und die Künstlerdichte.

"Solche Studien haben nichts mit der Qualität zu tun"

Einige Zahlen findet Janssen „verwunderlich“. Etwa die Angaben über die Zahl der Theater- und Opernplätze: „Da landen wir auf dem letzten Platz – obwohl wir ein großes Theater haben.“ Oder der letzte Platz für Duisburg bei den Kino-Plätzen – bei denen das Sommerkino im Landschaftspark nicht erfasst wird: „Das zeigt, dass solche Studien nichts mit der Qualität zu tun haben. Wir haben in Duisburg ein anspruchsvolles Kulturkino-Programm.“

Dass die Stadt bei der Zahl der Beschäftigten in der Kulturwirtschaft unten rangiert „stimmt“, sagt Janssen, dass aber die Künstlerdichte bei 500 registrierten bildenden Künstlern klein sei, sei wiederum schwer nachzuvollziehen.

Nach außen hin attraktiver machen

Auch die Zahl der Museumsbesucher, bei der Duisburg weit unten landet, sage nichts über die Qualität der Museen. Zumal es mit dem Lehmbruck-Museum und den privaten Museen DKM und Küppersmühle bedeutende Häuser gebe. „Duisburg wird viel schlechter bewertet als das, was an Angebot da ist.

Wir haben wenig Geld, wenig Personal, aber ein großes Angebot.“ Für Janssen ist das allerdings ein „Warnsignal“ Richtung Marketing. „Wir müssen uns nach außen hin attraktiver machen.“ Dazu gehöre auch, dass sich die Duisburger ihre Identität und die Stadtgeschichte „bewusst machen und selbstbewusst leben.“

 
 

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