Duisburg fordert finanzielle Hilfe bei Sanierung maroder Straßen und Brücken

Willi Mohrs
Schlaglöcher gibt es auf Duisburger Straßen so einige.
Schlaglöcher gibt es auf Duisburger Straßen so einige.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Private Investoren könnten bei der Lösung von Duisburgs Probleme mit maroden Brücken und Straßen helfen, meint Unternehmer Ulrich Grillo: „Es ist genug Geld da.“ Planungsdezernent Carsten Tum fordert ein weiteres Konjunkturpaket – diesmal für die städtische Infrastruktur.

Duisburg. Die Lösung für Duisburgs Probleme mit maroden Brücken und Straßen sieht Ober-Unternehmer Ulrich Grillo in der Zusammenarbeit mit privaten Investoren: „Es ist genug Geld da“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Duisburger Unternehmer mit Verweis auf das aktuell niedrige Zinsniveau und erhebliche Geldmengen, für die derzeit Anlagemöglichkeiten gesucht würden.

Die Verkehrsinfrastruktur sei ein „Riesenthema“ für Duisburg, und gerade für die Industrie als wichtigem Wirtschaftsfaktor in Duisburg müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden – darunter vor allem auch die Verkehrsanbindung. Straßen bauen oder sanieren könnten private Investoren, die öffentliche Hand wäre Mieter – und manch ein Engpass schnell behoben.

Konjunkturpaket 3 für Sanierung der städtischen Infrastruktur

„Wir haben Probleme mit unserer Infrastruktur, und die werden immer größer“, räumte Planungsdezernent Carsten Tum beim Rathausgespräch zum Thema Duisburger Wirtschaft freimütig ein: „Das schafft eine Stadt alleine nicht.“ Sein Vorschlag mit Blick auf Land und Bund: ein „Konjunkturpaket 3“ für die Sanierung von kommunalen Straßen und Brücken. Wie berichtet plant die Stadt, gegebenenfalls die marode Stahlhochstraße am Marientor für Lkw zu sperren, um sie zumindest für den Pkw-Verkehr länger erhalten zu können.

Lob gab’s von Grillo für Tums Ankündigung, im Flächennutzungsplan „Duisburg 2027“ rund 300 Hektar zusätzliche Flächen für die Wirtschaft vorzusehen. 80 Prozent davon, so der Planungsdezernent, seien schon jetzt von Bahn oder Industrie genutzt. Auch neue Wohnbauflächen sollen in den nächsten 15 Jahren im Umfang von 300 Hektar geschaffen werden.

Diskussion um Gefahrgutlager - solche Stoffe kämen Tag für Tag im Hafen an

„Wir bekommen in Duisburg keine Flächen mehr zur Verfügung gestellt“, klagte dagegen Hafen-Chef Erich Staake und verwies auf die Logport-Entwicklung in Rheinhausen, wo schon 4500 Arbeitsplätze bei zurzeit 37 angesiedelten Unternehmen entstanden seien. 5000 Arbeitsplätze würden es sein, wenn das frühere Krupp-Gelände komplett genutzt sei.

Staake ging auch ein auf den Bürgerprotest gegen ein Gefahrgutlager, das die Firma Talke in Rheinhausen errichten will. Was dort gelagert und umgeschlagen werden soll, sind laut Hafen-Chef „Vorstoffe für die chemische Industrie“, wie sie Tag für Tag im Hafen ankommen und weiterbefördert werden. Talke sei zudem ein „extrem honoriges Unternehmen“.

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