Der Duisburger Innenhafen hat ein Leck

Oliver Schmeer
Duisburgs Renommiermeile, der Innenhafen, verliert Wasser. Jetzt stellt sich die Frage: Steht die große Sanierung an oder sollen die Pumpen einfach weiterlaufen?
Duisburgs Renommiermeile, der Innenhafen, verliert Wasser. Jetzt stellt sich die Frage: Steht die große Sanierung an oder sollen die Pumpen einfach weiterlaufen?
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Der Duisburger Innenhafen ist weiterhin undicht. Vermutlich fließt durch das löchrige Steinufer Wasser in den Boden. Bereits letztes Jahr betrieben die WBD Ursachenforschung: Als Grund für die Dauerleckage wurde der Uferrand ausgemacht. Doch muss das Becken für eine teure Sanierung leer laufen?

Duisburg. Der Innenhafen ist weiterhin undicht. Vermutlich vor allem durch das löchrige Steinufer an der Südseite sickert das Wasser an Duisburgs Top-Adresse in den Boden. Rund um die Uhr pumpen die Pumpen Grundwasser ins Bassin, über zwei Millionen Liter am Tag. Die Frage, vor der die Stadt steht: Muss das riesige Becken für eine teure Sanierung leer laufen?

Wirklich dicht war das Hafenbecken wohl nie. Doch früher floss einfach Wasser aus dem Rhein nach. Mit der Anlage des heutigen Bassins und der Abtrennung durch den Portsmouth-Damm zur Jahrtausendwende sollten Tonschichten und Folien das Becken abdichten und die steinernen Seitenmauern wurden verfugt. Die beiden Grundwasserpumpen sollten nur Verdunstungsverluste ausgleichen. Sollten. Denn die Pumpen arbeiteten schon immer öfter – mit steigender Schlagzahl. Im vergangenen Jahr begannen die Wirtschaftsbetriebe WBD, seit 2011 zuständig für die Stadtgewässer, mit der Ursachenforschung. Dazu erkundeten auch Taucher den Grund. Zugleich wurden Frostschäden an den Uferbefestigungen ausgemacht.

Hochstehendes Folienstück am Beckenboden

Klar scheint bei den WBD mittlerweile, dass ein entdecktes hochstehendes Folienstück am Beckenboden nicht die Ursache für die Dauerleckage ist, sondern der Uferrand. 2013 hatte eine Fachfirma an einigen Stellen die Stein-Böschung schon repariert, dazu war der Wasserspiegel um rund einen halben Meter abgesenkt worden.

Doch das Bassin verliert weiter Wasser. „Es gibt zahlreiche Risse und Löcher“, erklärt Wolfgang Graf-Schreiber von den Wirtschaftsbetrieben. Vor allem auf der Südseite. Einige – sichtbare – Schäden wurden mit Sandsäcken bereits abgedichtet. Doch wie weit reichen die Schäden in die Tiefe? Dazu müsste man nach und nach den Wasserstand absenken. Die WBD haben jetzt erst mal zwei neue, leistungsstärkeren und zugleich stromsparende Pumpen angeschafft. Jeden Tag wird praktisch ein Prozent der Wassermenge nachgefüllt. Mehr als 10.000 Euro rattern dafür im Jahr durch den Stromzähler.

Pläne für Sanierung des gesamten Beckens

Doch kann das die Dauerlösung sein? Die WBD arbeiten an Plänen für eine Sanierung des gesamten Beckens. Zugleich gilt aber Denkmalschutz für die Uferbefestigungen, der einer Reparatur oder Neuanlage Grenzen setzt. Man ist im Gespräch mit den Hütern der Bauhistorie.

Klar ist: eine Sanierung mit Injektionsverfahren oder Folienunterbau würde teuer werden, in die Hunderttausende gehen – wenn nicht mehr. Bei einer möglichen Komplettsanierung müsste das Bassin-Wasser komplett abgelassen werden, alle Einbauten wie die Schwimmbrücke am Ostende, der Diebels-Ponton und auch das Kunst-U-Boot am Museum Küppersmühle müssten herausgenommen werden. Vor diesem Sommer wird allerdings nichts geschehen. Jetzt werden erst einmal die Spielpontons von der Bassin-Mitte wieder ans Ufer gezogen.