Bürgerinitiative plant Demonstration gegen Outlet-Center in Duisburg

Willi Mohrs
Rhein-Ruhr-Halle und ehemaliges Hamborner Stadtbad (vorn), jenseits der Autobahn die Grillo-Werke.
Rhein-Ruhr-Halle und ehemaliges Hamborner Stadtbad (vorn), jenseits der Autobahn die Grillo-Werke.
Foto: www.blossey.eu
SPD und CDU stehen zur Planung eines Factory Outlet Centers in Duisburg, Grüne und Linke gehen auf Distanz. Die Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz hingegen ist sich einig: Sie will vor dem Rathaus unüberhörbar gegen die Pläne für ein Factory Outlet in Duisburg-Hamborn demonstrieren.

Duisburg. Wenn der neue Stadtrat am 16. Juni erstmals zusammentritt, soll’s laut werden. Die Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz will vor dem Rathaus unüberhörbar gegen die Pläne für ein Factory Outlet in Hamborn demonstrieren – und dürfte bei einigen Ratsmitgliedern auf offenes Verständnis stoßen.

Die Linke, deren „alte“ Fraktion zum Bau des Einkaufszentrums auf dem Grundstück von Rhein-Ruhr-Halle, Hamborner Stadtbad und Zinkhütten-Siedlung stand, bemesse dem Thema zwar nicht oberste Priorität zu, sagte Fraktionsgeschäftsführerin Ute Abraham gestern, verwies aber auf die Beschlusslage der Partei: „Unsere Ablehnung ist im Kommunalwahlprogramm festgehalten.“ Unklar sei aber, ob die Stadt überhaupt noch aus den Verträgen mit den Investoren aussteigen könne. „Wenn sie könnte, sollte sie“, schlägt Abraham vor.

Grüne kritisieren fehlenden Abstand zur Industrie

Auch Claudia Leiße von den Grünen verweist aufs Wahlprogramm und stellt klar, dass man den aktuellen Planungen fürs Outlet-Center „sehr kritisch“ gegenüber stehe: „Mit der bisherigen Lösung werden wir nicht weiterkommen“, meint sie mit Hinweis auf den fehlenden Abstand zur Industrie (Grillo). Eine „kleinere Lösung“ wäre verkehrstechnisch besser zu bewältigen und erlaube zudem, die Siedlung zu erhalten, die bislang abgerissen werden soll.

Eine Klage von Grillo gegen die Planungen würde das Verfahren zudem weiter verzögern, während sich Stadtbad und Rhein-Ruhr-Halle bereits in einem „unhaltbaren Zustand“ befänden. Grünes Fazit: „So, wie es geplant ist, kann das FOC nicht funktionieren.“

Sozialdemokraten stehen zur Planung

Dass sich mit Linken und Grünen die kleinen Partner in der bisherigen Rathaus-Koalition gegen das Outlet stellen, ist für SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oliver Hallscheidt noch keine Absage an eine Weiterführung des Dreier-Bündnisses: „Abweichende Meinungen sind in Kooperationen möglich.“ Die Sozialdemokraten stünden jedenfalls auch weiterhin zu den Planungen eines Einkaufszentrums direkt an der A 59-Anschlussstelle Marxloh.

Unterstützung könnte die SPD bei der CDU finden. Deren Fraktionschef Rainer Enzweiler sagt „ein klares Ja“ zum FOC und spricht ganz unverblümt von einer denkbaren großen Koalition „in dieser Frage oder allgemein“.

Und was den planerischen Sachstand rund ums Outlet angeht, sagt Planungsdezernent Carsten Tum nicht weniger klar: „Es geht weiter.“ Beim Outlet-Center-Investor ist man auch zuversichtlich, in der nächsten oder übernächsten Woche präsentieren zu können, wie es weiter geht. Und dann dürften auch die neuen Chefs des Unternehmens vorgestellt werden.