Nur der „Finanzminister“ kam

Düsseltal.  Kein Zweifel. „Wir sind die Fortuna“ war Programm und Überzeugung der rund 40 Gäste im Saal des Jugendrings an der Lacombletstraße.

Es ist der Titel jenes Buches, das vom „Fanprojekt Düsseldorf“ anlässlich seines 20-jährigen Bestehens vorgestellt wurde und sich auf 206 Seiten mit der jüngsten Geschichte der Fortuna-Fußballer befasst. Mit der Zeit von 1996 bis 2013. Mit dem Niedergang und dem Bundesliga-Wiederaufstieg – und abstieg. Mit den Spielern, der Vereinsführung und den Spielen in den Niederungen der Amateur-Oberliga. Und mit den Pokalspielen im Niederrheinpokal, die nicht immer gut endeten. Mit der Zeit, als Fortuna-Fans bei Auswärtsspielen für „Kasse“ der gastgebenden Vereine sorgten.

„Desinteresse“ der Vereinsführung

Autor Michael Bolten, der vor drei Jahren das Buch über den legendären Fortuna-Nationalspieler unter dem Titel „Paul Janes und die Fliege am Torpfosten“ veröffentlichte, war bei der Jubiläumsfeier im Haus der Jugend ebenfalls anwesend. Und las trotz störender Lautsprechergeräusche in Anwesenheit von Fortuna-Finanzvorstand Paul Jäger Passagen aus seinem neuen Werk vor, die bei den Zuhörern Erinnerungen – auch an Fehler der Vereins- und Sportführung – weckten.

Leider war der „Finanzminister“ des Fußball-Zweit-Bundesligisten der einzige Klub-Vertreter im Saal. Was manchem Besucher dazu veranlasste, von „Desinteresse“ der Flingerner zu sprechen und das Gegenbeispiel 1. FC Kaiserslautern anzuführen. Der Fortuna-Liga-Rivale aus der Pfalz versteht Traditionspflege nämlich anders. „Dort unterstützen Spieler und Verein die Vermarktung solcher Bücher, ohne dass der Verein daran finanziell partizipiert“, erklärte Enno Brand, der Sprecher des Göttinger Herausgeber-Verlages „Die Werkstatt“ der NRZ auf Anfrage.

Die einhellige Meinung der Fortuna-Freunde im Saal: Das Buch ist ein Muss für Fans. Und ein herrliches Weihnachtsgeschenk. Vor allem für jene, die den Klub aus Flingern in der jüngeren Vergangenheit begleitet haben und auch in der derzeitigen Misere zu „Rot-Weiß“ stehen.

Die aber inzwischen angesichts des Zweitliga-Saisonverlaufes im „Jahr eins“ nach dem Bundesliga-Abstieg in der vergangenen Saison auch Angst davor haben, dass sich die turbulente Geschichte um ihren Lieblingsverein jetzt wiederholt.

 
 

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