Ullrich Sierau bleibt Dortmunds Oberbürgermeister

Amtsinhaber Ullrich Sierau (SPD) hat sich bei der Stichwahl gegen die Herausforderin Annette Littmann (CDU) knapp durchgesetzt. Am Sonntag haben Dortmunds Bürger darüber entschieden, wer als Oberbürgermeister bis 2020 an der Spitze der Stadt steht. Wir berichten in einem Liveticker.
Dortmund. 
  • Ullrich Sierau (SPD) bleibt mit 51,6 Prozent der Stimmen Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
  • Mit 48,4 Prozent hat Annette Littmann das beste CDU-Ergebnis der Nachkriegszeit erreicht
  • Sierau hat im Vergleich zum ersten Durchgang im Mai 16.397 Stimmen verloren - Littmann gewann 2.764 dazu
  • Die Wahlbeteiligung war mit 30,9 Prozent niedrig wie nie

Aktualisierung 20.10 Uhr:


Laut Pressestelle der Polizei gibt es momentan keinerlei Anzeichen, dass sich die Rechten auf den Weg zum Rathaus machen könnten. Die Wahlparty ist im Übrigen zur geschlossenen Veranstaltung erklärt worden - weiter hält sich viel Polizei rund ums Rathaus auf.


Aktualisierung 20.01 Uhr:


Die schlechte Wahlbeteiligung von nur 30,9 Prozent löste bei vielen Politikern und Beobachtern im Rathaus eine tiefe Enttäuschung aus. Der frühere DGB-Vorsitzende Eberhard Weber sagte in einer ersten Reaktion, dass die Politik für Menschen am Rande der Gesellschaft bessere Angebote schaffen müsse. Der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Nobert Schilff zeigte sich erschrocken:"Wir kommen langsam in eine bedenkliche Situation. Da scheint bei den Menschen langsam das Gefühl für Demokratie verloren zu gehen."


Aktualisierung 19.44 Uhr:


Beim ersten Durchgang der Wahl im Mai haben noch 88.213 Dortmunder für Sierau gestimmt. Heute waren es 16.397 Stimmen weniger. Annette Littmann hat seit Mai hingegen 2.764 Anhänger dazugewonnen. Der CDU-Kreisvorsitzende Steffen Kanitz sagt: "Wenn Sierau wie jeder andere Oberbürgermeister zur Wahl angetreten wäre, hätten wir gewonnen." Damit meint er Sieraus späte Entscheidung, sich zur Wahl zu stellen und die kurze Vorbereitungszeit auf diese OB-Wahl.


Aktualisierung 19.30 Uhr:


Ullrich Sierau hat bei der Stichwahl exakt 71.816 Stimmen bekommen, während 67.268 Dortmunder für Dr. Annette Littmann gestimmt haben. Das heißt, dass 4.548 Stimmen den Unterschied gemacht haben. Die Wahlbeteiligung lag bei 30,9 Prozent.


Beide Kandidaten sind gerade in ihren Fraktionssälen. Der alte und neue Oberbürgermeister Sierau ist von seinen Parteigenossen mit stehenden Ovationen und Beifall begrüßt worden.


Aktualisierung 19.24 Uhr:


Alle Stimmen sind ausgezählt. Ullrich Sierau bleibt mit 51,6% der gültigen Stimmen Oberbürgermeister von Dortmund.


Aktualisierung 19.18 Uhr:


Noch ein Wahllokal fehlt. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat OB Sierau via Twitter bereits gratuliert.


Freue mich sehr mit @thomasgeisel in #Düsseldorf, aber auch Sierau in #Dortmund und Süberkrüb, Clausen etc. Große Erfolge. #SPD#NRW

- Garrelt Duin (@GarreltDuin) 15. Juni 2014


Aktualisierung 19.11 Uhr:


Jetzt wird es zäh, tröpchenweise kommen die Ergebnisse der verbleibenden Stimmbezirke herein. Alles deutet auf einen knappen Sieg von Amtsinhaber Ullrich Sierau hin.


Aktualisierung 18.58 Uhr:


Fast alle Wahllokale sind ausgezählt. Ullrich Sierau liegt weiterhin vorn, sein Vorsprung ist aber kleiner, als von vielen erwartet. Aktualisierung 18.44 Uhr:


Mit jedem ausgezählten Wahllokal sinkt derzeit Sieraus Vorsprung vor Herausfordererin Littmann. Die Spannung im Rathaus steigt derzeit weiter.


Aktualisierung 18.39 Uhr:


Im Rathaus rätseln derzeit alle, wie weit Sieraus Vorsprung noch sinken wird. Eine Spekulation: Die noch fehlenden Wahlbezirke haben eine hohe Wahlbeteiligung.


Zum Thema Neonazis: Die Polizei beobachtet die Situation, nach Angaben der Pressestelle halten sich die Neonazis derzeit in Dorstfeld auf.


Aktualisierung 18.32 Uhr:


Der Vorsprung von Amtsinhaber Ullrich Sierau sinkt langsam ab. Derweil gibt es im Rathaus ein weiteres großes Thema: Angeblich sind Neonazis der "Rechten" im Anmarsch auf das Rathaus. Die Polizeipräsenz wird immer stärker, Mannschaftswagen stehen auf dem Friedensplatz.


Aktualisierung 18.28 Uhr:


Amtsinhaber Ullrich Sierau liegt vorn, sein Vorsprung vor Annette Littmann schmilzt aber etwas zusammen. Fast die Hälfte der Wahlbezirke ist ausgezählt.


Aktualisierung 18.15 Uhr:


Die ersten Wahllokale haben Ergebnisse gemeldet. Nach 15 von 362 Wahlbezirken liegt Amtsinhaber Sierau deutlich vorn. Er erreichte 59,1 Prozent der Stimmen. Wichtig: Dies ist keine Hochrechnung. Das schnellste Ergebnis gab es in der Kautsky-Grundschule in Scharnhorst.


Aktualisierung 18.02 Uhr:


Vor zwei Minuten haben die 302 Dortmunder Wahllokale geschlossen. Eine Prognose, wie man sie von bundes- oder landesweiten Wahlen kennt, gibt es nicht. Jetzt warten im Dortmunder Rathaus alle auf die ersten Ergebnisse.


Aktualisierung 17.56 Uhr:


Rund ums Rathaus sind verstärkte Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Ein einziger schmaler Eingang führt herein - er wird von einem Sicherheitsdienst bewacht. Mehrere Polizeiwagen sind zu sehen, auch Teile der Reiterstaffel sind am Friedensplatz im Einsatz. Grund für die erhöhte Alarmbereitschaft sind die Tumulte am Wahlabend vor drei Wochen, als Neonazis versucht hatten, das Rathaus zu stürmen. Um 18 Uhr schließen die Wahllokale - bei uns gibt es die ersten Zwischenergebnisse und Reaktionen der beiden Kandidaten.


Aktualisierung 17.20 Uhr:


Eine Stunde vor Schließung der Wahllokale war die Beteiligung weiter mau: Um 17 Uhr hatten 17,1 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme für die OB-Stichwahl abgegeben. Bei der eigentlichen Kommunalwahl vor drei Wochen waren es zum selben Zeitpunkt 30,2 Prozent.


Nimmt man die Briefwahl dazu, dürfte die Gesamt-Wahlbeteiligung am Ende bei etwa 30 Prozent liegen - ein neuer Minusrekord.



Aktualisierung 16.20 Uhr:


Es wird immer schlimmer: Nur 12,4 Prozent der Wahlberechtigten hatten bis 15 Uhr ihre Stimme im Wahllokal abgegeben. Das ist knapp die Hälfte der Quote bei der Hauptwahl am 25. Mai. Damals hatten bis drei Stunden vor Schließung der Wahllokale 23,4 Prozent abgestimmt. Jeweils dazu rechnen, muss man die Briefwahl. Doch auch da fällt die Beteiligung wohl geringer als vor drei Wochen aus.



Aktualisierung 13.40 Uhr:


Der Trend mit der erwarteten niedrigeren Wahlbeteiligung bei der Stichwahl setzt sich fort: Um 13 Uhr - also bis zur Hälfte der Wahlzeit - hatten in den Wahllokalen 8,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Zum Vergleich: Bei der Hauptwahl am 25. Mai hatten zum gleichen Zeitpunkt 12,8 Prozent gewählt. Bei beiden Werten ist die Briefwahl nicht berücksichtigt.


Aktualisierung 11.30 Uhr:


Die OB-Stichwahl kommt nur langsam in Gang. Wie erwartet, ist die Wahlbeteiligung bislang deutlich niedriger als bei der Hauptwahl am 25. Mai. Damals hatten bis 11 Uhr 6 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme abgegeben, jetzt waren es bei der Stichwahl zum gleichen Zeitpunkt 3,5 Prozent.


Immerhin verlief der Start in den Wahltag organisatorisch weitgehend reibungslos. Lediglich fünf der 302 Wahllokale öffneten mit leichter Verspätung, weil sich der Schriftführer des Wahlvorstands verspätet hatte oder die Wahlurne nicht rechtzeitig am Platz war.


Ausreichend Wahlhelfer gibt es auf jeden Fall. Waren bei der Kommunalwahl am 25. Mai 3500 Helfer im Einsatz, um bis zu fünf verschiedenen Wahlen abzuwickeln (Europa, Rat, OB, Bezirksvertretung und Integrationsrat), wollen die Bürgerdienste diesmal mit 2400 Helfern auskommen. Vor allem am Abend bei der Auszählung dürfte es heute mit nur einer auszuwertenden Stimme für zwei Kandidaten schnell gehen.



Aktualisierung 9 Uhr:


Seit 8 Uhr sind die 302 Wahllokale im Stadtgebiet geöffnet. Bis 18 Uhr können die 456.488 Wahlberechtigten hier ihre Stimme abgeben. Knapp 60.000 haben das allerdings schon getan. Sie haben per Briefwahl gewählt. Der Großteil von ihnen hatten die Briefwahl schon vor der Ursprungswahl am 25. Mai für die OB-Stichwahl gleich mitbeantragt und bekamen deshalb die Briefwahl-Unterlagen automatisch zugeschickt.



Das sind die wichtigsten Fragen am Wahltag:


Warum gibt es eine Stichwahl?
Weil bei der Oberbürgermeister-Wahl am 25. Mai keiner der neun Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht hat, wird eine Stichwahl fällig. Diese Regelung war von Rotgrün im Land wieder eingeführt worden, nachdem die CDU/FDP-Vorgängerregierung sie vorübergehend abgeschafft hatte.


Wer tritt bei der Stichwahl an?
Es treten die beiden Bewerber an, die bei der Wahl am 25. Mai die meisten Stimmen bekommen haben. Das sind Amtsinhaber Ullrich Sierau (SPD), der im ersten Wahlgang 43,7 Prozent der Stimmen erreicht hatte, und Dr. Annette Littmann (CDU), die auf 32 Prozent kam.
Wann wird gewählt?
Gewählt wird am Sonntag. Von 8 bis 18 Uhr sind wieder die gleichen 302 Wahllokale im Stadtgebiet geöffnet, wie schon bei der Kommunal- und Europawahl am 25. Mai. Es gilt auch die gleiche Wahlbenachrichtigung, die schon im April verschickt worden war. Die Stadt hat aber an alle 456.488 Wahlberechtigten - alle Dortmunder EU-Bürger ab 16 Jahren - eine Erinnerungskarte verschickt, sofern sie nicht schon im Vorfeld Briefwahl beantragt hatten. Um im Wahllokal wählen zu können, reicht aber auch der Personalausweis. Maßgeblich ist das Wählerverzeichnis, das dem Wahlvorstand vorliegt.


Wie sind die Aussichten für die Wahlbeteiligung?
Experten befürchten einen Minusrekord. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai haben 44,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Bei der vergangenen OB-Stichwahl im Jahr 2004, bei der sich Dr. Gerhard Langemeyer (SPD) und Frank Hengstenberg (CDU) gegenüberstanden, beteiligten sich nur 37,8 Prozent. Ein wenig Hoffnung macht nur die Briefwahl. Denn bis Donnerstag hatten 62.665 Wahlberechtigten ihre Stimmen für die Stichwahl abgegeben. Fast so viele wie zum gleichen Zeitpunkt vor der eigentlichen Kommunalwahl. Hintergrund ist allerdings, dass viele Wahlberechtigte bereits bei der Hauptwahl gleich für die eventuelle Stichwahl Briefwahl-Unterlagen beantragt hatten. Sie wurden ihnen dann ohne weitere Aufforderung zugesandt. Offen ist, wie viele Wahlunterlagen davon zurückgeschickt wurden

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