Schwestern wollten zum "Islamischen Staat"

Die Flagge der Terrororganisation Islamischer Staat. Einige Unterstützer der Terrororganisation kehren mittlerweile in den Großraum Dortmund zurück.
Die Flagge der Terrororganisation Islamischer Staat. Einige Unterstützer der Terrororganisation kehren mittlerweile in den Großraum Dortmund zurück.
Foto: dpa
In buchstäblich letzter Minute konnte die Polizei im November verhindern, dass sich zwei Dortmunder Schwestern dem "Islamischen Staat" in Syrien anschlossen. Jetzt droht den 15 und 19 Jahre alten Mädchen ein Verfahren vor dem Jugendschöffengericht.

Dortmund. Staatsanwältin Sonja Frodermann bestätigte am Freitag auf Anfrage, dass bereits im Februar Anklage erhoben worden war. Die Vorwürfe: Verstoß gegen das Vereinsgesetz, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Urkundenfälschung.

Die beiden Schwestern hatten bereits den Düsseldorfer Flughafen erreicht, um in eine Maschine nach Istanbul zu steigen. Ihr Vater hatte jedoch offenbar noch rechtzeitig die Polizei eingeschaltet. Bei ihrer Festnahme sollen sich die Mädchen nach Kräften gewehrt und mit lauten Ausrufen den "Islamischen Staat" gepriesen haben. Offenbar waren sie tatsächlich fest entschlossen, sich als Rekrutinnen den Kämpfern in Syrien anzuschließen.

Einen Termin für die Verhandlung am Jugendschöffengericht gibt es aktuell noch nicht. Derzeit werden die Schwestern angeblich in einem Aussteigerprogramm betreut.

Martin Braunschweig