Künstler starten ungewöhnliche Aktion am U-Turm

Oliver Volmerich
Die Fische aus den 'Fliegenden Bildern' in der Dachkrone des U-Turms sollen zur Museumsnacht am 28. September endlich gefüttert werden.
Die Fische aus den 'Fliegenden Bildern' in der Dachkrone des U-Turms sollen zur Museumsnacht am 28. September endlich gefüttert werden.
Foto: Adolf Winkelmann
Es ist ein Skandal, der sich vor aller Augen abspielt: Seit drei Jahren tummeln sich die Fische hoch am U-Turm und erfreuen als fester Bestandteil der Fliegenden Bilder von Adolf Winkelmann die Betrachter. Futter gab es für sie in all den Jahren nicht einmal. Das soll und muss sich bald ändern.

Dortmund. "Rettet die Fische in der Dachkrone des U-Turms" lautet das Motto zur Museumsnacht am 28. September. Denn die sollen endlich ihr wohl verdientes Futter bekommen. Dazu verkauft der Verein "Freunde der U-Turm-Bilderuhr" im Foyer des U-Turms Fischfutter, das dann symbolisch von Regisseur Adolf Winkelmann als Schöpfer der "Fliegenden Bilder" an den bunten Fisch-Schwarm verfüttert wird.

Finanzsorgen

Die spaßige Aktion hat einen ernsten Hintergrund. Denn für neue "Fliegende Bilder" am U-Turm gibt es nach wie vor kein Geld. Die Stadt finanziert zwar weitgehend den laufenden Betrieb des U-Turms, für neue kreative Ideen ist aber nichts übrig.

Die Freunde der U-Turm-Bilderuhr wollen auf das Problem aufmerksam machen und zumindest ein wenig finanzielle Unterstützung leisten. "Es ist schwer genug, alles am Laufen zu halten", weiß Adolf Winkelmann. Bislang gibt es für die Fliegenden Bilder in der Dachkrone des U-Turms ein Repertoire von gut 80 Filmen. Alle neuen Produktionen müssen bislang privat finanziert werden.

Vielleicht hilft ja die Fischfutter-Aktion weiter. Gefüttert werden die Fischer zweimal während der Museumsnacht hoch am U-Turm.

Lesung im Kinosaal

Begleitet wird die Rettungsaktion von einer Lesung im Kino im U. Adolf Winkelmann und Jost Krüger, die schon gemeinsam dem Roman "Winkelmanns Reise ins U" verfasst haben, geben dabei weitere Einblicke in das Innenleben des U-Turms und gehen dabei dem Fischskandal auf den Grund.

Mit Fragen wie: Müssen die Fische im U sterben? Wer ist zuständig und warum greift niemand ein? Wann endlich wird die Verwaltung eine Planstelle zur Rettung der Zierfischbestände im U einrichten? Was werden die Leute sagen, wenn die ersten Fische bauchoben tot im U-Turm schwimmen? "Dazu kann man wunderbare Geschichten erzählen", verrät Winkelmann augenzwinkernd.

Fische als Filmstars

  • Für die Fütterung standen beziehungsweise schwammen die Fische der "Fliegenden Bilder" in einem Eichlinghofer Aquaristik-Fachgeschäft erneut vor der Kamera von Adolf Winkelmann und seinem Team - bereits zum dritten Mal.
  • Schon zur Extraschicht ( Nacht der Industriekultur) im Jahr 2012 bot Winkelmann einen Extra-Gag mit den Fischen am U-Turm. Dazu hatte er die Aquarium-Szenen mit einer Spezialkamera in 3D-Technik aufgenommen.