Dortmunder Rat lehnt Lkw-Verbot auf der B1 ab

Gregor Beushausen
B1-Anwohner hofften auf ein ganztägiges Durchfahrverbot für Lkw, doch der Rat der Stadt Dortmund beließ es beim Nachtfahrverbot. Foto: Franz Luthe
B1-Anwohner hofften auf ein ganztägiges Durchfahrverbot für Lkw, doch der Rat der Stadt Dortmund beließ es beim Nachtfahrverbot. Foto: Franz Luthe
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Dortmund. Die Fronten waren geklärt, die Argumente längst verbraucht: Und so dürfte es auch die B1-Anwohner kaum mehr überraschen, dass der Rat mit den Stimmen von SPD und CDU das von der Verwaltung vorgeschlagene Fahrverbot für den durchreisenden Lkw-Verkehr in den Papierkorb befördert hat. Dafür wird die Bundesstraße in Dortmund zur Umweltzone.

In Dortmund dürfen Lkw weiter tagsüber über die B1 rollen, es bleibt beim Nachtfahrverbot für Lkw, „das die Anwohner sehr entlastet hat“, wie Heinz Dingerdissen (FDP) in der Ratssitzung am Donnerstag ausführte, der eigenen Worten zufolge 100 Meter von der B1 entfernt wohnt und „früher nachts das Fenster schließen musste.“ Es bleibt auch bei Tempo 50 für alle. Es bleibt aber auch dabei, dass der Durchgangsverkehr weiter über die Bundesstraße rollen kann. Auch wenn Ingrid Reuter (Grüne) einmal mehr bemängelte, dass die Anwohner „schon seit Jahren unter Lärm und Abgasen zu leiden haben.“

Ebenso kritische, aber keine neuen Anmerkungen kamen von den Grünen in Gestalt von Mathias Wittmann an der neuen, vergrößerten Umweltzone, die der Rat ebenfalls mit großer Mehrheit abnickte. Dadurch, dass der Hafen komplett aus der Umweltzone herausgenommen werde (und somit weiter von älteren Lastwagen und Autos angefahren werden kann), werde die Gesundheit der Nordstadt-Bewohner gefährdet. Überdies würden alle jene Betriebe bestraft, die ihren Fuhrpark bereits umgerüstet hätten. „Die, die nicht investiert haben, werden nun belohnt.“

Anders CDU-Mann Thomas Pisula, der augenzwinkernd anmerkte, dass Regierungspräsident Bollermann in seinem Entwurf für den Luftreinhalteplan (der liegt längst für Stellungnahmen öffentlich aus) Vorschläge der CDU aufgegriffen habe, auch den Industrie- und den Hardenberghafen aus der Verbotszone auszuklammern - was auch die SPD beantragt hatte. „Wir leben nicht in einem Kurpark“, meldete sich SPD-Mann Harnisch zu Wort - und daran erinnerte, dass auch die B1 auf ihrem Abschnitt zwischen Autobahnkreuz West und B236 in die vergrößerte Umweltzone einbezogen werde. Wenn man die B1 allerdings noch weiter herabstufen wolle, so Harnisch, „dann kriegen wir den Tunnel nie.“

Nach dem Wusch der Ratsmehrheit sollen die neuen Verbote ab Januar 2013 greifen: Erst dann sollen Autos mit roten Plaketten außen vor bleiben, ab Juli 2014 auch alle Fahrzeuge mit gelben Umweltplaketten. Das freilich entscheidet nicht der Rat: Das letzte Wort dazu fällt in Düsseldorf.