Dortmund

Dortmund: Mädchen (15) auf Parkdeck erstochen – Angeklagte (17) ist „sehr, sehr traurig“

Trauerkerzen und Blumen am Todesort von Aaliyha.
Trauerkerzen und Blumen am Todesort von Aaliyha.
Foto: Dominik Göttker

Dortmund. Zwei Mädchen streiten und rangeln, dann zückt eines der beiden ein Messer. Mit tödlichen Folgen. Diese Situation hat sich am 24. Februar auf einem Parkdeck im Dortmunder Stadtteil Hörde wohl genauso zugetragen. Das Opfer: die 15-jährige Aaliyha, die an jenem Abend ihr Leben verloren hat.

Seit Donnerstag steht die 17-Jährige vor Gericht, die das Mädchen getötet haben soll. Die Anklage lautet auf Totschlag.

"Die Tat ist ihr unbegreiflich", sagte Verteidigerin Henriette Lyndian vor Prozessbeginn. "Ihr war anfangs überhaupt nicht klar, was da passiert ist." Die beiden Mädchen hätten sich "gezofft und gerangelt", dann sei die Situation eskaliert. "Es ging um Banalitäten", so Lyndian. "Das hat sich aufgeschaukelt."

Was passiert sei, tue der 17-Jährigen auf jeden Fall unheimlich leid. Sie suche auch nicht nach Rechtfertigungen und Entschuldigungen. "Sie ist einfach nur sehr, sehr traurig."

Aaliyha verstarb im Krankenhaus

Der Messerstich hatte die 15-Jährige in der linken Oberkörperseite getroffen. Er ging direkt ins Herz. Das Opfer hatte zwar noch ein paar Schritte gehen können, war dann aber zusammengebrochen und kurze Zeit später im Krankenhaus gestorben.

Was die Angeklagte selbst über die Bluttat sagen wird, bleibt unbekannt. Der Prozess findet komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die 17-Jährige wurde von den Wachtmeistern über einen Sondereingang direkt in den Gerichtssaal geführt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler gehörten die beiden Mädchen zu einer Gruppe von Jugendlichen, die sich regelmäßig auf dem Deck eines Parkplatzes im Dortmunder Stadtteil Hörde getroffen hat. Direkt befreundet sollen sie allerdings nicht gewesen sein.

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Trauer, Wut und Fassungslosigkeit

Die Tat hatte Trauer, Wut und Fassungslosigkeit ausgelöst. Freunde des Opfers hatten am Tatort Kerzen entzündet, Blumen niedergelegt und "Ruhe in Frieden" auf den Boden geschrieben. Gleichzeitig gab es eine Debatte über Gewalt unter Jugendlichen.

Am Dortmunder Landgericht wird zurzeit parallel über eine weitere tödliche Bluttat verhandelt. Angeklagt ist ein 16-Jähriger aus Lünen, der im Januar einen 14-jährigen Mitschüler erstochen haben soll. Bei der Polizei soll er später gesagt haben, dass der 14-Jährige seine Mutter provozierend angeschaut habe.

Für den Prozess gegen die 17-jährige Dortmunderin hat das Landgericht zunächst noch sieben Verhandlungstage bis zum 31. Oktober angesetzt. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Jugendhaft. (dpa/bs)

 
 

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