CDU Dortmund greift RVR-Dezernenten wegen Nein zu Flugzeitverlängerung scharf an

Dortmund.. Der Einwand des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) gegen längere Flugzeiten provoziert in Dortmund Widerspruch und heftige Reaktionen. CDU-Ratsvertreter Thomas Pisula, stellvertretender Vorsitzender im RVR-Planungsausschuss, unterstellt „politische Motive“ gegen die Betriebszeitenerweiterung.

Kopfschütteln beim FlughafenDortmund zur Stellungnahme des RVR, die Verlängerung der Betriebszeiten widersprächen den Zielen der Regionalplanes. Im betreffenden Auszug heißt es wörtlich: „Der leistungsfähig ausgebaute regionale Verkehrsflughafen Dortmund soll in seinem Bestand gesichert werden.“ Genau da setzt der RVR an. Eine Ausweitung der Betriebszeiten habe zur Folge, dass die Lärmschutzzonen vor allem auf Unnaer Gebiet deutlich erweitert würden. Das gehe deutlich über eine Bestandssicherung hinaus. Mithin müsse erst der Landesentwicklungsplan geändert werden. Falsch, kontert man am Airport. „Bei unserem Anliegen geht es doch darum, die Leistungsfähigkeit des Flughafens zu erhalten und damit seinen Bestand zu sichern“, sagt Sprecher Marc Schulte. Das sei aber nur möglich, wenn der Flughafen (wie andere Flughäfen auch) wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen habe. „Dazu zählen insbesondere die beantragten 60 Minuten längere Flugzeit - plus Verspätungsregelungen.

Darüber hinaus, so Schulte, habe man beim RVR den genannten Passus isoliert betrachtet und es unterlassen, in der Stellungnahme auf die Bedeutung des Flughafens für die Region einzugehen.

„Der Widerspruch aus der Verwaltung des RVR ist ganz klar politisch motiviert“, winkt Thomas Pisula ab, Mitglied der CDU-Fraktion und Vize im RVR-Planungsausschuss. Wie berichtet, hat der RVR in Martin Tönnes einen neuen Planungsdezernenten, der zuvor für die Dortmunder Grünen im Rat gesessen hatte. “Schon da hat er sich vehement gegen jede Veränderung am Flughafen gewehrt“, weiß Pisula. „Tönnes macht sich in seiner Funktion zum Handlanger der Grünen.“ Er hätte erwartet, dass der RVR Münster als Genehmigungsbehörde eine politisch abgestimmte Stellungnahme zuleiten würde. So aber bestünden erheblicher Zweifel, dass sich der Einwand sich ausschließlich an Fakten orientiere.

IHK will Betriebszeitenverlängerung

Ein klares „Ja“ zur Betriebszeitenverlängerung kommt erwartungsgemäß von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Deren Präsident Udo Dolezych unterstreicht die Bedeutung des Flughafens für die mittelständische Wirtschaft in der Region. Längere Flugzeiten würden sich positiv auswirken und könnten die fehlenden Anbindungen an Drehkreuze herstellen. „Dass sie fehlen, ist im wesentlichen auf unzureichende Betriebszeiten zurückzuführen“, sagt Dolezych. Eine Untersuchung mit der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH, Tochter des RVR, habe ergeben, dass das Ruhrgebiet bei Flugverbindungen im internationalen Vergleich Schlusslicht sei. „Wer den Flughafen nicht will, gefährdet Arbeitsplätze.“ Die Prognose für 2025 sehe ein Wachstum auf 7000 Arbeitsplätze vor.

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