Wintereinbruch wäre schlecht für Westkreuz-Umbau in Bochum

Das Westkreuz in Bochum - hier der Donezk-Ring - ist nur eines der vielen Baustellen-Projekte auf den Autobahnen in NRW, die Probleme machen.
Das Westkreuz in Bochum - hier der Donezk-Ring - ist nur eines der vielen Baustellen-Projekte auf den Autobahnen in NRW, die Probleme machen.
Foto: Hans Blossey
Auf Bochums bekanntester Baustelle geht es nicht so recht voran. Dabei war das Westkreuz im amtlichen Stadtplan, der 2012 herauskam, eigentlich schon mal fertig ausgebaut. Nun wird es wohl eher 2015, bis der Verkehr wieder reibungslos fließt. Schuld, sagt StraßenNRW, sei: das Wetter.

Bochum. Im Januar 2012 stand das Katasteramt der Stadt Bochum da als in Maßen visionär. Damals brachte es die 13. Auflage des amtlichen Stadtplans heraus, und in ihm war das Westkreuz kurzerhand schon mal fertig. „Wir wollten möglichst aktuell sein“, erinnert sich ein Mitarbeiter, tatsächlich aber hatten sie die Baustelle kartenzeichnenderweise sogar überholt, um ein paar Monate, wie es schien.

Jetzt, zwei Jahre später, ist nicht mal mehr sicher, ob das Westkreuz fertig wird vor der nächsten Auflage des Stadtplans. Die erscheint 2015. Denn kommt nun noch so ein Winter wie der letzte, wird das eigentlich für Oktober 2014 vorgesehene Ende der Arbeiten auch wieder nicht zu halten sein.

Es ist eine der zähesten Autobahnbaustellen der letzten Jahrzehnte: der sechsspurige Ausbau der A 40 zwischen Essen und Bochum und das dortige Kreuz, das die Autobahn mit der künftigen A 448 verknüpft, der Südumfahrung der Stadt. Seit 2007 bauen sie an der Strecke, Staus im Kreuz und drumherum sind Alltag, Zeit also, sich mal umzugucken.

Mondlandschaft mit Straßenbahn

Und man sieht über 20 Meter hohe, rätselhafte Berge aus Erdreich und Lehm: Hoch belasteter Boden aus dem Autobahnbereich ist das, gelagert mit Sondergenehmigung, später wird er abgedeckt mit unbelasteter Erde.

Man sieht die einzige Mondlandschaft der Welt, durch die eine Straßenbahn fährt. Was man nicht so sieht, beklagen viele, sind vernünftige Ausschilderungen und die im Frühjahr 2013 geöffneten, provisorischen Ausfahrten.

Schon damals sollte alles fertig sein. Wären nicht gleich mehrere Winter so hart gewesen. Im Sommer kamen die ruhrgebietstypischen Hohlraumprobleme unter der Erde hinzu: Sie zu verfüllen und die Füllmengen zu verpressen, dauerte statt geplanter drei Wochen dreieinhalb Monate.

Und daher? Konnten Binde- und Deckschichten noch nicht verlegt werden auf den Rampen, die sich ehrgeizig in den Himmel schwingen und die Autobahnen in alle Richtungen verbinden. Werden. „Es ist zu feucht geworden dafür“, sagt Projektleiter Rolf Witte (60).

Immerhin im März/April will der Landesbetrieb „Straßen NRW“ die Rampen nun freigeben. „Dann werden wir den Verkehr verlegen und die Nordseite bauen, wo jetzt alles drauf fährt“, sagt Witte. Darüber wird es Herbst 2014 – und höchste Zeit: Im Stadtplan 2015 ist das Westkreuz weiter fertig.

 
 

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