Weihnachtsbotschaft erreicht Bochumer Opelaner nicht mehr

Michael Weeke
Nach der letzten Schicht verließen die Mitarbeiter für gut einer Woche wortlos das Werk.
Nach der letzten Schicht verließen die Mitarbeiter für gut einer Woche wortlos das Werk.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Zwar bedankte sich der Opel-Chef in seiner E-Mail-Weihnachtsbotschaft ausdrücklich auf für den Einsatz der Bochumer Mitarbeiter. Indes erreicht hat dieses Schreiben sie nicht mehr.

Bochum. Zwei Nachrichten, mit ganz unterschiedlichen Botschaften gibt es aus dem Hause Opel. In einem E-Mail-Weihnachtsbrief an die Mitarbeiter schreibt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann: „Wie Sie wissen, mussten wir die Fahrzeugproduktion in Bochum leider beenden. Daher nochmals meinen besonderen Dank an die Mitarbeiter in Bochum für ihr langjähriges Engagement.“

Nur selbst lesen konnten die Bochumer Mitarbeiter diese Botschaft nicht mehr, ihnen ging diese Mail nicht mehr zu. Ein Opel-Sprecher: „Sie hätte auch niemanden mehr erreicht. Der Abschied in Bochum fand ja bekanntlich am 9. Dezember statt.“

Letzte Bochumer Werksleiter

Demgegenüber spricht Betriebsrats-Vorsitzender Rainer Einenkel von einem „weiteren Fettnäpfchen“. Dem Firmenchef habe schlicht der Mut gefehlt, sich bei den Mitarbeitern auf der letzten Belegschaftsversammlung persönlich zu verabschieden und ihnen zu danken.

Opel teilte am Montag mit, dass der letzte Bochumer Werksleiter, Manfred Gellrich (52), zum neuen Direktor des Motoren- und Komponentenwerks in Kaiserlaufen berufen worden ist. Der gebürtige Niedersachse leitete das Bochumer Werk seit 2010. Über Gellrich sagte Produktions-Geschäftsführer Peter Thom: „Er hat als Direktor des Werks Bochum in einer schwierigen Phase hohe Führungskompetenz bewiesen und hervorragende Arbeit geleistet.“