Verzögerung bei Bochumer Musikforum hält Politik auf Trab

Christoph Husemeyer
Die Arbeiten am Musikforum (hier im August).
Die Arbeiten am Musikforum (hier im August).
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Die Bochumer Stadtverwaltung steht im Ausschuss Rede und Antwort. Angaben zu Mehrkosten beim Musikforum seien erst in drei bis vier Wochen möglich.

Bochum. Die in dieser Woche bekannt gewordenen Verzögerungen und Mehrkosten beim Bau des Anneliese-Brost-Musikforums Ruhr sorgen weiter für Gesprächsbedarf. Kulturdezernent Michael Townsend sagte am Montag zusätzliche Kosten von rund zwei Millionen Euro voraus – nun rudert die Verwaltung zumindest ein Stück weit zurück.

Frank Allmeroth, Betriebsleiter der Zentralen Dienste, wollte sich gestern im Ausschuss für Beteiligungen und Controlling auf keine genaue Zahl festlegen. „Die Umfänge können wir noch nicht beziffern, da noch nicht alle Parameter klar sind. In drei bis vier Wochen werden wir wissen, wo wir beim Termin und den Kosten stehen“, antwortete Allmeroth auf die Frage von Ausschussmitglied Marcus Stawars (CDU), mit welchen Mehraufwendungen durch die Verzögerungen konkret zu rechnen sei.

Genaue Angaben, so Allmeroth, seien zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Einerseits drohe durch die Verzögerungen am Bau der Verlust von EU-Fördermitteln in Höhe von rund 800.000 Euro. „Hier müssen wir zunächst die Gespräche mit der Bezirksregierung abwarten.“

„Nur eine belastbare Zahl“

Andererseits sei noch unklar, wie hoch die Nachtragskosten für die Firmen ausfallen werden, die nach der Kündigung der Heizungsbaufirma nun nicht mehr fristgerecht auf der Baustelle arbeiten können. Möglicherweise werde man aber nicht alle Forderungen der Baufirmen anerkennen müssen. „Ob ich bei den Mehrkosten nun 1,7 oder 2,5 Millionen Euro voraussage – beides wäre nicht seriös. Wahrscheinlich wird es sich in diesem Rahmen bewegen“, so Allmeroth weiter. „Die einzig belastbare Zahl, die ich momentan nennen kann, sind die 70.000 Euro im Gewerk Heizungsbau.“

Dieser Betrag werde nun zusätzlich fällig, nachdem man der alten Heizungsbaufirma im September gekündigt und den Auftrag neu vergeben habe. Nach den Gründen der Kündigung erkundigte sich Wolfgang Cordes (Grüne). Der Heizungsbauer habe unter nichtigen Begründungen die Baustelle verlassen, antwortete die Verwaltung. Weder das angesprochene Baugerüst, noch Grundwasser hätten die Arbeiten behindert. „Auf 85 Prozent der Fläche konnte gearbeitet werden“, stellte Allmeroth klar. Auf Nachfragen und Gesprächsangebote habe die Firma „äußerst feindselig“ reagiert. Erklären könne sich die Verwaltung dieses Verhalten bis heute nicht.