Ultras Bochum packen Hilfspakete für Kinder und Bedürftige

Felix Kannengießer
120 Wunschzettel wurden erfüllt, beim VfL fanden alle Beteiligten zusammen.
120 Wunschzettel wurden erfüllt, beim VfL fanden alle Beteiligten zusammen.
Foto: privat
Beim VfL-Heimspiel gegen Aue sammeln die Ultras Bochum für die Suppenküche - jeder kann einen Schuhkarton mit Weihnachtsüberraschungen mitbringen.

Bochum. Ob die Wünsche der VfL-Fans im letzten Saisonspiel am Sonntag gegen Aue (13.30 Uhr) wahr werden, steht noch in den Sternen. Unter der Woche hat der Verein schon einmal dafür gesorgt, dass 120 Kinderwünsche erfüllt wurden. Am Sonntag können die Fans nachziehen. Die Fan-Gruppierung der „Ultras Bochum“ hat dazu aufgerufen, zum nächsten Heimspiel Hilfspakete für die Bochumer Suppenküche mitzubringen, die sich dafür einsetzt, dass Bedürftige ein Mittagessen auf den Tisch bekommen.

An der Ecke Castroper Straße/Ostkurve wird von den „Ultras“ ab 12 Uhr bis kurz vor dem Anpfiff eine Sammelstelle eingerichtet. Die Spenden sollten in Schuhkartons verpackt sein und Überraschungen im Wert von etwa zehn Euro enthalten. „Wir sind für jede Spende dankbar. Lebensmittel und Kleidung, vor allem für den Winter, sind besonders nützlich“, sagt ein Organisator aus der Ultra-Szene. Auf Alkohol soll jedoch verzichtet werden.

"Hier geht es nicht um uns, sondern um den guten Zweck"

Die Aktion unter dem Motto „Weihnachten aus der Ostkurve auf Bochums Straßen“ wird vom Fanprojekt Bochum unterstützt, das etwa beim Transport unter die Arme greifen will. „Wir finden die Aktion super und helfen da gerne“, sagt Sozialpädagoge Benjamin Bödecker. Die Organisatoren aus den Reihen der Ultras wollen namentlich nicht genannt werden – das hat seine Gründe. Durch Spendenaktionen sind die Ultras, die es seit 1999 gibt, bisher weniger in Erscheinung getreten, dafür einerseits mit Choreographien, andererseits aber zum Ärgernis des Vereins auch immer wieder mit dem Abbrennen von Pyrotechnik. Insgesamt hat der Verein in den letzten vier Jahren 101 000 Euro an Strafen an den DFB gezahlt – für die sicher nicht nur eine Fangruppierung verantwortlich ist.

Fast hätten die Ultras ihre Spendenaktion mit den Zündeleien gegen St. Pauli und Sandhausen, bei denen sie unter Tatverdacht stehen, unmöglich gemacht. Der DFB hat deswegen die Ermittlungen schon aufgenommen. Beim VfL wurden deswegen auch Stimmen laut, die den vermeintlichen Chaoten kein Forum für die geplante Aktion geben wollten. Doch der Fanbeauftragte Dirk Michalowski beruhigt: „Das sind zwei getrennt voneinander zu betrachtende Geschichten. Die eine bedarf der Aufarbeitung, die andere der Unterstützung.“ Das finden auch die Ultras, die bekräftigen: „Beide Sachen sollte man trennen. Hier geht es nicht um uns, sondern um den guten Zweck.“

Vfl erfüllt Kindern Weihnachtswünsche

Unter der Woche hat der VfL schon einmal Gutes getan und Kindern Weihnachtswünsche erfüllt. Im Heimspiel gegen St. Pauli konnten Besucher der rewirpower-Lounge und des Morizz Wunschzettel einsehen und sich mit nach Hause nehmen. Alle 120 Wünsche vom Kinderhospizdienst, dem Kompetenznetz Aids, der Lebenshilfe und der Kinder-Klinik wurden erfüllt.

Mit dabei war fast alles, von alltäglichen Dingen wie Tassen oder Kleidung bis hin zur Puppe, die sich etwa die neunjährige Carla gewünscht hat. In dieser Woche gab’s die Bescherung in der rewirpower-Lounge, wo alle Beteiligten zusammen kamen und sich nicht nur über die Geschenke gefreut haben: Gemeinsam fieberten nachher alle beim Unentschieden gegen Fürth mit und feierten den Punktgewinn.