Stadtwerke Bochum fordern 241.560 Euro von Promi-Vermittler Hellen

Die Stadtwerke Bochum liegen weiter im Clinch mit Promi-Vermittler Sascha Hellen.
Die Stadtwerke Bochum liegen weiter im Clinch mit Promi-Vermittler Sascha Hellen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Promi-Vermittler Sascha Hellen erhielt von den Stadtwerken Bochum in den Jahren 2007 bis 2012 mehr als 1,6 Millionen Euro an Honorar. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der Sozialen Liste hervor. Die Stadtwerke fordern jetzt fast eine Viertel Million Euro zurück.

Bochum.. Die Antwort der Stadt Bochum auf eine Anfrage der Sozialen Liste listet für die Sitzung des Rates am 20. Februar jetzt detailliert die Geschäftsbeziehungen zwischen den Stadtwerken Bochum und Sascha Hellen auf. Demnach hat der Promi-Vermittler – respektive seine Firma, die Hellen Medien GmbH – von 2007 bis 2012 mehr als 1,6 Millionen Euro vom städtischen Energieversorger u.a. für Veranstaltungen wie Atrium Talk, Steiger Award, Herausforderung Zukunft oder Sponsoring des Vereins „Prinzip Hoffnung“ erhalten.

Allein die acht Atrium-Talk-Veranstaltungen im Foyer der Stadtwerke schlagen mit 854.799 Euro zu Buche. Zu Gast waren Richard von Weizsäcker, Joschka Fischer, Peter Maffay, Uli Hoeneß, Joachim Gauck, Senta Berger, Peer Steinbrück und Hans-Dietrich Genscher. Mit der Veröffentlichung seiner Nebeneinkünfte, der SPD-Politiker erhielt 25.000 Euro für seinen Auftritt in Bochum, löste Steinbrück bekanntlich Ende 2012 die Affäre rund um den Atriumtalk aus.

470.000 Euro für Steiger Award

Für die Formate „Steiger Award“ und „Herausforderung Zukunft“ erhielt Hellen der Stadt Bochum zufolge in den Jahren 2007 bis 2012 insgesamt 605.000 Euro. Den größten Batzen davon verschlang der „Steiger“, der 2009 und 2010 mit jeweils 110.000 Euro und 2011 und 2012 mit jeweils 125.000 Euro bezuschusst wurde.

Unter sonstiges Sponsoring fasst die Stadt die Unterstützung der Stadtwerke für Veranstaltungen des Vereins „Prinzip Hoffnung“ in der Wattenscheider St.-Nikolaus-Kirche zusammen, in der Summe 58.000 Euro. Hinzu kommen eine Spende an den Verein (2000 Euro) und das Sponsoring eines Benefiz-Fußballspiels (11.000 Euro). Hellen erhielt außerdem Vorschüsse: 95.000 Euro zur Anbahnung eines Paul-McCartney-Konzertes und 50.000 Euro zur Entwicklung neuer Konzepte.

Stadtwerke gehen vor Gericht

Die Vorschüsse und fast 100.000 Euro für aus Sicht der Stadt nicht erbrachte Leistungen beim Atriumtalk fordern die Stadtwerke wie berichtet auf dem Klageweg zurück. „Der Rückzahlungsanspruch der Stadtwerke Bochum gegen die Hellen Medien GmbH und Herrn Hellen beziffert sich auf insgesamt 241.560 Euro inkl. MwSt. und zzgl Zinsen“, heißt es in der Vorlage für den Rat.

 
 

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