Bochum

„Der Respekt fehlt zunehmend“: So konsequent geht die Stadt Bochum gegen Gewalt und Schmutz vor

Thomas Deeters und Peter Weber kümmern sich auch um die Graffiti-Szene in Bochum.
Thomas Deeters und Peter Weber kümmern sich auch um die Graffiti-Szene in Bochum.
Foto: Ordnungsdienst Bochum
  • Peter Weber und Thomas Deeters arbeiten seit 20 Jahren für die Stadt Bochum
  • Dabei begegnen ihnen Schmutz, Trinker und aggressive Jugendliche
  • Trotzdem sehen sie mittlerweile auch deutliche Erfolge bei ihrer Arbeit

Bochum. Peter Weber und Thomas Deeters machen sich bereit: Denn die beiden Ordnungshüter von der Stadt Bochum haben einen langen Weg vor sich. Es geht über Straßenpflaster kreuz und quer durch die Innenstadt.

Sie achten bei ihrem Rundgang vor allem auf Sauberkeit und Sicherheit. Schon seit zwanzig Jahren sorgen Peter Weber und Thomas Deeters in Bochum für Ordnung. Sie erleben in ihrer Stadt viele positive Entwicklungen, doch auch respektloses Verhalten, Schmutz und Dreck.

Bochum: Ordnungshüter seit mehr als zwei Jahrzehnten im Dienst

Schon seit zwanzig Jahren gibt es die Partnerschaft zwischen der Stadtverwaltung und der Polizei. Zu diesem Zeitpunkt haben Thomas Deeters und Peter Weber bei der Stadt Bochum angefangen.

„Thomas ist fünf Minuten dienstälter als ich, erzählt Peter Weber. Als ich damals um kurz nach sieben ins Büro kam, saß er schon an seinem Schreibtisch.“ Die beiden kümmern sich seitdem um so ziemlich alles was das Stadtbild hässlich erschüttern könnte. Öffentliche Toiletten, Trinkertreffs, aufmüpfige Jugendliche und Graffiti-Wände.

Oft geht es vom Rathausplatz erst einmal ums Eck und durch den dunklen Torbogen vorbei an mehreren öffentlichen Toiletten. Am Ende der vielen Stufen sammeln sie weggeworfene Verpackungen ein. Da liegen so einige. Der ein- oder andere der nachts oder frühmorgens hier entlang kommt, nutzt den Abgang zudem für eine Pinkelpause. „Das sind nicht die Leute, die sich hier zum Trinken treffen“, sagt Peter Weber (57).

Ordnungshüter haben die Trinkerszene im Griff

„Die machen auch nicht in den Torbogen, sondern nutzen die öffentlichen Toiletten“, sagt er weiter.

Auf den Bänken zwischen dem Rathaus und der Christuskirche hockt und steht jeden Tag die Trinkerszene zusammen. Das Radio läuft, aber nicht störend laut. Keiner grölt oder pöbelt und niemand macht etwas, das Peter Weber und Thomas Deeters zum Einschreiten oder zu einem Platzverweis animieren könnte. Die Szene würde sich mittlerweile auch zwischen BVZ-Gebäude und Technischem Rathaus ruhig verhalten.

„Wir bekommen mit, wenn es in den Entzug oder ins Gefängnis geht“

Dass seien für ihn „gute Bekannte“ auf den Bänken rund um den Fontana-Brunnen, die dort sitzen und still „einen heben“, notiert Peter Weber für die Datenbank. Die beiden Ordnungshüter kümmern sich aber auch um andere Drogenabhängige.

„Wir begleiten sie oft jahrelang, sehen die körperlichen Veränderungen, bekommen mit, wenn es in den Entzug oder ins Gefängnis geht.“ Dabei ist gegen ein Fläschchen in der Öffentlichkeit nichts einzuwenden. „Mit einer Kiste Bier aber sollte man die Straße oder den Platz verlassen“, stellt der 60-jährige Thomas Deeters klar. Auch „Stilles Betteln ist erlaubt“, erklärt Thomas Deeters.

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Stadt Bochum greift durch: Illegal abgeladener Müll, Vandalismus und Gewalt

Der Rundgang führt die Ordnungshüter auch durch den Fußgängertunnel an der Hermannshöhe. Doch hier scheint alles okay zu sein: keine Lampe zerstört, kein Kabel herabgerissen, alles sauber – bis auf die Graffiti, doch hier darf die Szene sprayen.

Die beiden Ordnungshüter stoßen auf ihren Touren immer wieder auf Missstände – wie zum Beispiel Schäden durch Vandalismus und Gewalt oder illegal abgeladenen Müll –, sie nutzen auf ihren Diensthandys die App für den städtischen Mängelmelder, um diese möglichst schnell beseitigen zu lassen.

Ordnungshüter arbeiten eng mit Polizei zusammen

Auf der Rückseite am Hauptbahnhof treffen Thomas Deeters und Peter Weber fast zur gleichen Zeit mit einem Mannschaftswagen der Polizei ein. Sie kennen sich und nicken sich zu.

Die Drogenszene, die unter Beobachtung steht, hat die Ordnungspartner sofort entdeckt, verstreut sich aber erst, als einer der uniformierten Beamten aussteigt.

„Der Respekt fehlt zunehmend“

Auch mit Jugendlichen haben die Ordnungshüter zu tun. Sie stoßen oft auf „halbstarke“ Jungs, auch einige Mädels in Gruppen spielen sich manchmal etwas auf. Die Männer vom Ordnungsdienst achten immer auch auf ihre eigene Sicherheit. Um sich gegen krasse Angriffe zu schützen, nehmen sie regelmäßig an einem Sicherheitstraining teil.

„Der Respekt fehlt zunehmend“, bedauert Peter Weber, „gerade von jungen Männern.“ Abstand von der Arbeit finden er und sein Kollege in der Freizeit beim Radfahren. Zu ihrer Präsenz auf der Straße sagen beide: „Sie zeigt Wirkung.“

 
 

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