Sechs Anwärter gibt es für den Bochumer Theaterpreis

Jürge Boebers-Süßmann
Bochumer Theaterpreis: die Weltkugel trägt das Schauspielhaus .
Bochumer Theaterpreis: die Weltkugel trägt das Schauspielhaus .
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Nominiert sind Roland Riebeling, Felix Rech und Bettina Engelhardt sowie Torsten Flassig, Sarah Grunert und Matthias Kelle als Nachwuchs-Künstler.

Bochum. Noch dreimal schlafen, dann ist die Schauspielhaus-lose Zeit endlich vorbei: Mit dem Spielzeit-Eröffnungsfest enden am nächsten Sonntag (30.8.) die Theaterferien. Damit rücken nicht nur die Premieren und Wiederaufnahmen in den Blickpunkt, sondern auch der Bochumer Theaterpreis, der im November wieder vergeben wird. „Es ist die bereits 10. Preisverleihung“, sagt Hajo Salmen, Vorsitzender des Freundeskreises Schauspielhaus, der den Preis stiftet.

Preisverleihung im November

Der Freundeskreis – aktuell rund 200 Mitglieder und seit 1994 aktiv – hat in den letzten Wochen die Stimmen seiner Mitglieder ausgezählt; etwa 100 waren abgegeben worden, das heißt, die Hälfte der Mitglieder hat mitgemacht. Am Ende standen wie in den Vorjahren die jeweils drei Meistgenannten in den Kategorien „Bester arrivierter Künstler“ und „Bester Nachwuchskünstler“ fest.

Bei den „Arrivierten“ sind mit Roland Riebeling, Felix Rech und Bettina Engelhardt drei Künstler/innen im Rennen, die in vielen Inszenierungen gebucht waren und dem Bochumer Publikum seit Jahren bestens bekannt sind. Engelhardt bewies in ihren Auftritten in „Gift“ und „Freitag“, aber auch in „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“, dass sie äußerst schwierige Rollen ebenso beherrscht wie das eher launige Fach.

Mit jeweils 3000 Euro dotiert

Roland Riebeling ist vielleicht keiner, der immer in der ersten Reihe stünde, aber seine spielerisch-ironisierenden Auftritte adeln jede Inszenierung, man denke an seinen puffigen Hofrat Kalb in „Kabale und Liebe“ oder an seinen verklemmten Lehrer in „Der Besuch der alten Dame“. Ein echter Publikumsliebling! Mit Felix Rech schaffte es ein Schauspieler in die Nominierung, der mit großer Souveränität die verschiedensten Rollentypen gestaltet; er war Jung-Siegfried in den „Nibelungen“, aber auch der Arzt in „Onkel Wanja“.

Im Bereich „Nachwuchs“ haben Sarah Grunert („Hexenjagd“, „Blaubart“), Torsten Flassig („Michel aus Lönneberga“, „Leas Hochzeit“) und Matthias Kelle („Amphitryon“, „Drei Männer im Schnee“) die meisten Stimmen auf sich versammelt.

Inzwischen hat eine Jury, zu der neben Mitgliedern des Freundeskreises u.a. der Autor dieser Zeilen gehörte, entschieden, wer von den drei Bestplatzierten den Preis bekommen wird. Das einstimmige Beratungsergebnis soll aber bis zur Verleihung im November geheim bleiben, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Der Termin für den Festakt steht noch nicht fest. Der Bochumer Theaterpreis ist mit jeweils 3000 Euro dotiert.