Faktencheck: „Wölfi“ liegt richtig – im Prinzip

Jürgen Stahl

„Wölfi“ grollte. Ohne das Sponsoring etwa beim Zeltfestival könnte die Sparkasse ihre Gewinnausschüttung an die Stadt zum Nutzen aller Steuerzahler erhöhen, so OB-Bewerber Wolfgang Wendland beim Kandidaten-Check der WAZ. Stimmt das? Kämen die eingesparten Gelder tatsächlich dem Stadtsäckel zugute? Ein Faktencheck.

„Herr Wendland hat im Prinzip recht“, erklärt Ingo Wiemann, Sachbearbeiter bei der Stadtkämmerei. Jeder Euro, den die Sparkasse nicht für das Sponsoring ausgäbe, könnte als Plus bei der Gewinnausschüttung verbucht werden. Die lag in den vergangenen Jahren konstant bei jeweils 14 bis 15 Millionen Euro. Für Sponsoring-Aktivitäten gab das öffentlich-rechtliche Geldinstitut derweil 3 Millionen Euro (2013) und 5,3 Millionen Euro (2014) aus. Heißt: Die Ausschüttung könnte ohne PR-Gelder über 20 Millionen Euro betragen.

Die kämen dem allgemeinen Haushalt zugute, so Wiemann. Das Sparkassengesetz regelt zwar, dass der Jahresüberschuss allein „gemeinwohlorientiert“ und zur „Förderung des kommunalen, bürgerschaftlichen und trägerschaftlichen Engagements“ zu verwenden ist. „Es gibt in Bochum aber keine einzelnen Zuweisungen. Indem das Geld der Sparkasse für Haushaltsausgaben wie Bäder oder Bildung bereit steht, gilt es als gemeinnützig verwendet“, so Wiemann.

Fazit: Der Sparkassen-Bonus lindert sehr wohl die Not der Stadtkasse. Allerdings: Auch Sponsoren- und Spendengelder dienen sozialen Zwecken. Jährlich 300 Projekte werden damit unterstützt.