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Beim Prozess gegen Marcel Heße: Darum nervte den Doppelmörder die Aussprache seines Namens in den Medien

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Marcel Heße und sein Anwalt Michael Emde vor dem Bochumer Landesgericht. Foto: DER WESTEN/ Matthias Biesel
  • Marcel-Heße-Prozess vor dem Landgericht Bochum
  • Audiodateien nach Mord an Christopher W. offenbaren Heßes zynische Art
  • Er regte sich nach dem Mord über die falsche Aussprache seines Nachnamens in den Medien auf

Bochum. 

8. März 2017, 21:15:55 Uhr. Marcel Heße verschickt kurz nach der Tat an Christopher W. eine Sprachnachricht. In gutem Englisch verfasst er die Audiodatei auf dem Handy seines Opfers.

Am Landgericht Bochum soll Übersetzer Friday A. nun dabei helfen, die teils wirren Worte des Doppelmörders zu entschlüsseln.

Zynische Bemerkung kurz nach Christopher W.s Tod

„Ich habe ziemlich gut gelebt“, beschreibt Heße sinngemäß. Seine Worte sind auf Grund des blechernden Klangs nur schwer zu verstehen. „Ich habe Reis und Ramen (a. Red. japanisches Nudelgericht) gegessen und ein paar Personen getötet.“

Er spricht direkt eine Person oder Personengruppe an. Wen er genau meint, wird nicht klar. „Morgen um 8 Uhr wird etwas passieren“, kündet er nach der Tat an. „Vielleicht werde ich aber auch gefasst, dann wird nichts lustiges mehr passieren.“

Diese Sätze spricht Heße nur kurz nach dem Mord an seinem zweiten Opfer Christopher W.. Zuvor hatte er bereits den 9-jährigen Jaden in seinem Elternhaus ermordet.

Aussprache des Nachnamens störte Heße

Was besonders zynisch anmutet, ist, dass Heße sich seiner medialen Präsenz bewusst ist. „Die Medien haben ein Auge auf mich geworfen“, erzählt er. „So oft wurde bei der Berichterstattung Marcel Heße falsch betont. Das nervt mich wirklich!“

Irrtümlich sprachen viele Medienvertreter seinen Nachnamen mit kurzem „e“ aus. Zu Beginn des Prozesses wurde jedoch klar, dass der erste Vokal im Nachnamen gedehnt werden muss.