Audienz bei Disney-Zeichner Don Rosa, Star der Comic-Kunst

Tom Thelen
Comic-Künstler Don Rosa zog Fans und Medien zur Signierstunde.
Comic-Künstler Don Rosa zog Fans und Medien zur Signierstunde.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Der populärste lebende Disney-Zeichner Don Rosa gastierte im Bochumer Comic-Laden Mr. C. Für seine Fans zeichnete und signierte er und auch die WAZ-Leser grüßte ein Superstar der Sprechblasen-Kunst mit einer kleinen Zeichnung.

Bochum. Es ist möglich, dass man den Namen Don Rosa nicht kennt. Fast unmöglich ist es aber, noch nie etwas von ihm gesehen zu haben oder über eines seiner Werke gelacht zu haben. Der 63-jährige Amerikaner ist der bekannteste lebende Disney-Zeichner, der große Nachfolger des legendären Carl Barks. Auf seiner Deutschland-Tour machte das Comic-Genie auch Halt in Bochum, signierte und zeichnete vier Stunden lang für Fans im Comicladen von Michael Koch, „Mr. C“, in der unteren Kortumstraße. Mit einer kleinen Zeichnung grüßte er auch die WAZ-Leser.

In der Kortumstraße hatte sich schon vor 14 Uhr eine Traube von Fans vor dem kleinen, mit Comics und Figuren aus aller Welt vollgestellten Laden versammelt. Alle Altersklassen dabei, gestandene Männer und dünne Jungs, manch einer mit einem T-Shirt mit Disney-Motiv. Und mittendrin schon Keno Don Hugo Rosa, so sein voller Name, geboren in Kentucky. Er ist ein Mann für die Fans: „Ich könnte zehn Stunden für sie zeichnen und signieren, und würde mich dann frischer fühlen als vorher“, lacht er. Man nimmt ihm das sofort ab, denn die Zeichner-Legende, die besonders rund um die Figur des reichen, knauserigen „Onkel Dagobert“ (im Original: „Scrooge“) epochale Werke schuf, erzählt gerne über seinen nicht vorhandenen persönlichen Reichtum. „Ich bin die gleichzeitig weltbekannteste und schlechtestbezahlte Berühmtheit überhaupt“, scherzt er bitter grinsend.

Zerwürfnis mit dem Disney-Konzern

Sein Zerwürfnis mit dem Disney-Konzern ist wohlbekannt, die weltweiten Lizenzierungen der Produkte sorgen auch dafür, dass die eigentlichen, kreativen Schöpfer auch bei Millionenauflagen nicht viel Geld sehen.

Dennoch genieße er das Leben als Comic-Superstar, auch wenn es immer wieder eine Überraschung sei, von den Fans geliebt und gefeiert zu werden. Sogar „peinlich“ sei ihm das zumeist. Ja, „peinlich“, „embarrassing“, sei das passende Wort. Viel Bescheidenheit angesichts seiner immensen Bedeutung im Disney-Kosmos. Wie sein Idol Carl Barks, der Schöpfer von Dagobert, den Panzerknackern und Daniel Düsentrieb, ist Rosa für ausufernde Recherchen bekannt, die er vor jeder Geschichte betreibt, um seinen oft vor historischem Hintergrund spielenden Geschichten größere Authentizität zu verleihen. Sein Opus Magnum ist „Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden“ („The Life and Times of $crooge McDuck“), das 17 Geschichten um die Duck-Familie enthält.

Mit sechs Jahren Mickey Maus gelesen

Nach Bochum geholt hat ihn der Comic-Händler Michael Koch: „Mit guten Beziehungen und mit Geld“, sagt er. Doch für Koch ein absolutes Muss, ein Höhepunkt in der Geschichte seines Ladens. „Mit sechs Jahren, 1978 habe ich angefangen, Comics zu lesen, vor allem Micky-Maus.“

Die Fans warteten geduldig, wurden belohnt mit herrlich expressiven Originalen aus der Hand des Meisters. Und auch besondere Wünsche wusste Rosa zu befriedigen: Auf dem Boden liegend zeichnete er direkt auf die Radscheibe eines Rollstuhls.