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Hitlergruß beim Jubel – Giorgos Katidis von AEK Athen wird lebenslang gesperrt

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Giorgos Katidis zeigt nach dem Tor den Hitlergruß
Der Fußballspieler Giorgos Katidis vom griechischen Erstligisten AEK Athen hat vom nationalen Fußballverband eine lebenslange Sperre erhalten. Der Mittelfeldspieler hatte beim Torjubel den Hitlergruß gezeigt. Katidis‘ deutscher Trainer Ewald Lienen bezeichnete seinen Spieler als „dumm und naiv“.

Athen. 

Giorgos Katidis vom griechischen Fußball-Erstligisten AEK Athen ist vom nationalen Fußball-Verband EPO wegen eines Hitlergrußes lebenslang für die Auswahlmannschaften des Landes gesperrt worden. Der Mittelfeldspieler hatte am Samstag nach seinem Siegtreffer zum 2:1 gegen AE Veria den Zuschauern die historisch schwer belastete Geste gezeigt. „Der Gruß stellt eine ernste Provokation dar. Sie beleidigt die Opfer des NS-Regimes und widerspricht dem friedlichen Charakter des Spiels“, teilte die EPO am Sonntag mit.

Der deutsche AEK-Trainer Ewald Lienen bezeichnete die Geste im SID-Interview am Sonntag als „dumm, naiv, unreif, abenteuerlich. Das war Wahnsinn“. Der Verein werde sich wohl von Katidis trennen. „Ich glaube, das Thema für ihn ist hier erledigt. Die Tendenz geht klar Richtung Suspendierung für einige Wochen, und dann wird er sich im Sommer wohl einen neuen Verein suchen. Ich war entsetzt.“

Trainer Lienen: Katidis habe „dabei keine Sekunde nachgedacht“

Allerdings sagte Lienen auch, der Spieler lebe „völlig in seiner eigenen Welt“. Katidis habe eine schwere Kindheit gehabt, sich auch schon zahlreiche andere Verfehlungen in Athen geleistet: „Er wollte ganz sicher keine politische Meinung vertreten, er wollte auf dumme und naive Weise Stärke und Kraft zeigen. Der hat dabei keine Sekunde nachgedacht.“

Lienen bekräftigte seine Abscheu gegenüber faschistischen Tendenzen. „Ich bin derjenige, der das rigoros bekämpft. Scheißegal, wie gut ein Spieler ist, der hat keine Chance, wenn er rechtsextreme Gesten zeigt oder Gedanken hegt.“

Katidis entschuldigt sich via Twitter

Katidis hatte sich nach dem Spiel via Twitter entschuldigt: „Ich bin kein Faschist. Ich hätte das nie getan, wenn ich die Bedeutung der Geste gekannt hätte.“ (sid)